Von ERIK SOFGE
Wenn Sie sich jemals in einer Marathon-Sitzung mit „Tetris" oder „Minesweeper" verloren haben, wissen Sie, wie süchtig machend selbst einfachste Videospiele sein können. Doch diese althergebrachten Mini-Spiele sind nichts im Vergleich zu den Titeln, die Hardcore-Gamer seit Jahren spielen. Es sind Computerspiele, die einem das Gefühl geben, mitten in einem Blockbuster-Action-Film zu sein. Patronen fliegen in Stereo-Sound um einen herum und Autos gehen naturgetreu in Flammen auf.
Mit den detaillierten 3D-Umgebungen, die in Echtzeit berechnet werden, benötigten derartige Spiele traditionell einen hochgezüchteten Spiele-PC oder eine spezielle Spielekonsole wie die Xbox 360 oder die Playstation 3. Doch das ändert sich gerade. Mit Cloud-Spiele-Diensten kann man die Action auch mit einem Standard-Büro-PC oder auf einem Tablet genießen – Voraussetzung ist lediglich eine Breitband-Internet-Verbindung. Das Prinzip ist ähnlich wie bei Film-Streaming-Seiten wie dem in den USA erfolgreichen Netflix-Dienst. Nur dass diesmal nicht ein Film nach Bedarf abgespielt wird, sondern ein Computerspiel, das auf einem leistungsstarken Server in einem per Internet verbundenen Rechenzentrum läuft.
Der Markt steht vor einer explosionsartigen Vergrößerung. Einer der Anbieter, Playcast Media Systems, verhandelt derzeit mit Anbietern von Kabel- und Satellitenfernsehen über die Bereitstellung von Spielen. Sony, das kürzlich den Cloud-Spiele-Anbieter Gakai übernommen hat, hat sein eigenes Angebot angekündigt. Gamestop, der größte Videospiele-Einzelhandelsbetreiber der Welt, bereitet einen eigenen Dienst vor, der kommenden Sommer starten soll. Derzeit gibt es aber nur eine Website, die Sie kennen müssen: Onlive.com.
Onlive ist fesselnd und bietet mehr als 200 Spieletitel zur Auswahl an – auch für Nutzer in Deutschland. Die Spiele sind dabei allerdings jeweils in englischer Sprache. Viele der Titel können gratis angespielt werden. Neuere Spiele müssen gekauft werden. Die Lizenz gilt so lange wie Onlive existiert. Einige der Spieletitel können auch für wenige Dollar für drei oder fünf Tage gespielt werden. Außerdem gibt es das Angebot, für 10 Dollar im Monat unlimitierten Zugriff auf alle älteren Titel wie „Borderlands" oder „Bioshock" zu erhalten.
Wer neu ist in der Welt der Computerspiele, sollte einmal folgende vier Titel ausprobieren:
„Sleeping Dogs"
„Sleeping Dogs" hat Ähnlichkeit mit der bekannten kontrovers diskutierten Spiele-Serie „Grand Theft Auto". Das Spiel ist jedoch moralisch weniger fragwürdig und spielt in einer spannenderen Umgebung: Hongkongs schäbiger neonröhrenbeleuchteter Unterwelt. Man spielt einen Undercover-Polizisten, der eine Gang unterwandern muss, die seine Schwester getötet hat. Das bedeutet natürlich eine Menge Verfolgungsjagden mit dem Auto, Kung-Fu-Kämpfe und hektische Schusswechsel. Das Spiel lässt einen außerdem ein minutiös gestaltetes virtuelles Hongkong entdecken. Manchmal ist es nett, einfach nur den digitalen Sonnenuntergang über dem Hafen zu beobachten, bevor man sich wieder in sein Sportauto setzt. Das Spiel kostet 50 Dollar (ca. 40 Euro) und kann über eine Kreditkarte bei Onlive gekauft werden.
„Sid Meier's Civilization V"
Die meisten der Cloud-Spiele benötigen schnelle Reflexe und eine gute Hand-Augen-Koordination. Civilization V ist hier eine Ausnahme. Das Strategiespiel ist rundenbasiert – ähnlich einem Brettspiel. Ziel ist es, eine Zivilisation aufbauen – und zwar von den Anfängen als wild lebender Stamm bis zum Aufstieg zu einer globalen Supermacht, indem man die zur Verfügung stehenden Ressourcen klug einsetzt. Der ausgefeilte Ansatz des Spiel lässt das Militär, die Wirtschaft und den Glauben (nur im Addon „Gods & Kings") sowie die Kultur beeinflussen und macht „Civilization V" zu einem Spiel, das wie kein anderes zum Nachdenken anregt. Preis: Einmalig 30 Dollar (23,50 Euro) oder 10 Dollar (7,85 Euro) im Monat inklusive Zugriff auf zahlreiche andere Spiele.
„L.A. Noire"
Kulisse des Spiels ist das Los Angeles des Jahres 1947. „L.A. Noire" bedient sich bei dem harten Ton des Films „L.A. Confidential". Als Nachwuchspolizist jagt der Spieler Kriminelle durch Hollywood-Kulissen und nimmt bis auf die Zähne bewaffnete Bankräuber fest. Doch der eigentliche Reiz des Spiels liegt in der Story, die den Aufstieg des Protagonisten vom Revierpolizisten zum Mordkommissar nachzeichnet. Die Dialoge erreichen Filmqualität und die schauspielerische Leistung der virtuellen Figuren wurde erreicht, indem das Schauspiel echter Menschen nachträglich digitalisiert wurde. Als erstes Computerspiel wurde „L.A. Noire" beim Tribeca Film Festival akzeptiert. Der Preis: 39 Dollar (ca. 30 Euro).
„Limbo"
Wem bei den Feinheiten der Steuerung eines Ego-Shooters schwindelig wird, sollte „Limbo" ausprobieren. Es ist so einfach zu steuern wie der Jump&Run-Klassiker „Super Mario Bros." – nur wenige Tasten müssen gedrückt werden, um den Charakter durch die gespenstische Szenerie des Spiels rennen, hüpfen und klettern zu lassen. Der Überraschungs-Hit eines unabhängigen Spieleentwicklers weckt unheimliche Kindheitserinnerungen. Die Grafik sieht aus wie ein Pixar-Film, der von Horror-Regisseur Tim Burton nachbearbeitet wurde und ist unbestreitbar Kunst. Preis: 10 Dollar (ca. 8 Euro).
Im Spiel die Kontrolle behalten
Roccat Lua Dreitasten Spiele-Maus
Wenn man in einer Straße mit einer Gruppe Mutanten gefangen ist, ist das Touchpad des Laptops nicht das richtige Instrument, um die Situation zu lösen. Dafür braucht man eine Maus mit Knöpfen - am besten die Roccat Luad, die Bewegungen präziser umsetzen kann als eine Standard-Maus. Sie ist leicht und hat rutschfeste Seiten – es gibt also keine Ausreden mehr, warum der entscheidende Schuss daneben geht. Im Online-Handel kostet die Maus des deutschen Herstellers etwa 30 Euro.
Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

















![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XX287_061913_E_20130619145536.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AS585_immobi_E_20130618055209.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XX153_0619ob_E_20130619094518.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XW766_0618st_E_20130618121342.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XR246_decoca_E_20130531114835.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AS599_hypove_C_20130618090333.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AS357_kabeld_C_20130612131656.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AS602_clear_C_20130618093100.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AS604_adidas_C_20130618095221.jpg)
Hello
Your question to the Journal Community Your comments on articles will show your real name and not a username.Why?
Create a Journal Community profile to avoid this message in the future. (As a member you agree to use your real name when participating in the Journal Community)