• The Wall Street Journal

US-Notenbank veröffentlicht Richtlinien für Banken-Stresstest

[image] dapd

Die Citigroup bestand zwar im März den ersten Teil des Stresstests, ihr Kapitalplan wurde aber von der Fed als zu aggressiv abgelehnt.

Die US-Notenbank hat den Startschuss für die nächste jährliche Stresstest-Runde bei Amerikas Großbanken gegeben. Am Freitag veröffentlichte die Federal Reserve die entsprechenden Richtlinien. Die diesen zugrunde liegenden drei wirtschaftlichen Szenarien nannte die Fed jedoch nicht. Sie sollen erst am 15. November bekannt gegeben werden.

Die Banken hatten darum gebeten, die Richtlinien so früh wie möglich zu veröffentlichen. Sie müssen ihre Kapitalpläne bis zum 7. Januar 2013 bei der Behörde einreichen. Im vergangenen Jahr hatte die Notenbank den Startschuss erst zwei Tage vor dem amerikanischen Erntedankfest Ende November gegeben und sich damit Kritik aus der Branche eingehandelt.

Neu geschaffen wurde die Möglichkeit, Dividenden- oder Aktienrückkauf-Vorschläge zu reduzieren. Das hilft jenen Instituten, die den ersten Teil des Stresstests bestehen - die also genügend Kapital besitzen, um eine schwere wirtschaftliche Abkühlung zu überstehen - die im zweiten Schritt jedoch scheitern, da die über das Jahr geplanten Ausschüttungen ihre Kapitalausstattung unter die von der Fed gesetzte Schwelle drücken würden.

Kapitalplan der Citigroup wurde abgelehnt

Das traf im vergangenen März auf die Citigroup zu. Die Bank bestand zwar den ersten Teil des Stresstests, ihr Kapitalplan wurde aber von der Fed als zu aggressiv abgelehnt. In der Folge stand nur die Ablehnung des Plans durch die Notenbank im Fokus der Märkte und der Medien.

Nach den neuen Richtlinien können Banken nun einmalig ihre ursprünglich eingereichte, geplante Kapitalverteilung nach unten korrigieren, ehe die Fed endgültig über die Genehmigung des Kapitalplans entscheidet.

Das ist jedoch nur ein teilweises Zugeständnis gegenüber den Instituten. Vertreter der Banken hatten auf umfangreichere Möglichkeiten zur Abstimmung mit der Notenbank gedrängt, ehe die Ergebnisse öffentlich gemacht werden. Laut Behördenvertretern will die Notenbank aber nicht nur die mit Nachtrag genehmigten, sondern auch die ursprünglichen Kapitalpläne veröffentlichen - und die Tatsache, dass diese den Test nicht bestanden hätten.

Die 2009 auf der Höhe der Finanzkrise begonnen jährlichen Stresstests sind inzwischen ein wichtiges Mittel für die Fed, um die Gesundheit von Amerikas größten Banken zu überwachen.

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