• The Wall Street Journal

Kein Basel III für US-Banken zum Jahresbeginn

Die US-Banken werden die Basel-III-Regeln nicht wie geplant zu Jahresbeginn umsetzen. Viele Institute seien noch nicht bereit, die härteren Kapitalvorschriften zu erfüllen, erklärten die US-Regulierungsbehörden. "Viele Banken haben die Besorgnis geäußert, dass sie am 1. Januar schärferen Vorschriften unterworfen werden, ohne ausreichend Zeit zu haben, das Regelwerk zu verstehen und die nötigen Anpassungen zu machen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Ämter.

Es wurde kein neuer Termin für die Umsetzung der Regeln genannt, die im Zuge der Finanzkrise entwickelt wurden, um die Banken besser für Krisenfälle zu wappnen. Die internationale Verpflichtung zur Umsetzung der Basel-III-Regeln werde jedoch ernst genommen, versicherten die Regulierungsbehörden.

Die US-Banken hatten sich besonders darüber beklagt, dass die neuen Regeln vor allem auf Probleme an den Immobilienmärkten fokussiert seien, die die Finanzkrise im Jahr 2008 auslösten. Dadurch werde besonders die Kreditvergabe von kommunalen Instituten gefährdet.

Auch in der EU ist es inzwischen nicht mehr sicher, ob die neuen Eigenkapitalanforderungen mit Beginn des kommenden Jahres umgesetzt werden können. Bei den Verhandlungen zwischen Finanzministern und Europäischem Parlament gibt es Diplomaten zufolge "Verzögerungen". Eine Einigung im Dezember werde aber nicht ausgeschlossen.

Das Thema steht auf der Tagesordnung des Finanzministertreffens am Dienstag in Brüssel. Zuvor gibt es am Montag eine weitere Verhandlungsrunde von Vertretern des Rats, des Parlaments und der Kommission, um einen Kompromiss auszuloten. Einer der Knackpunkte ist der Umfang nationaler Flexibilität.

Das Basel-III-Regelwerk, an das sich alle G-20-Staaten halten wollen, sollte eigentlich mit Beginn 2013 in Kraft treten und schrittweise bis Januar 2019 umgesetzt werden. Das Reformpaket sieht insbesondere vor, dass die Banken mehr Eigenkapital als Puffer gegen Krisen vorhalten müssen.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 20. Mai

    In China explodiert eine Straßenüberführung, in Indien wütet eine Hitzewelle und in Israel kommt eine Geisel frei. Das und mehr sehen Sie in unseren aktuellen Fotos des Tages.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.

  • [image]

    Die SPD und ihre Gesichter

    In diesem Jahr feiert die SPD ihr 150 jähriges Bestehen. In der Geschichte der Bundesrepublik und des vereinigten Deutschlands hat sie die Politik entscheidend mitgeprägt. Wir zeigen einige der wichtigsten Politiker der altehrwürdigen Partei.

  • [image]

    Argentiniens versunkene Stadt taucht wieder auf

    Eine kleine Stadt in der Nähe von Buenos Aires versank nach einem Dammbruch vor 27 Jahren im Meer. Mehr als ein Vierteljahrhundert später erblickt die argentinische Geisterstadt Epecuén wieder das Licht.