• The Wall Street Journal

Griechenland will kurzfristige Schuldenaufnahme erhöhen

Kurz vor Fälligkeit einer Staatsanleihe über 5 Milliarden Euro will Griechenland seine kurzfristige Schuldenaufnahme hochfahren. Die griechische Finanzagentur kündigte für kommenden Dienstag die Auktion vier- und 13-wöchiger Schuldverschreibungen im Volumen von 3,125 Milliarden Euro an. Das ist deutlich mehr als üblich. Hinzu kommen Tranchen von jeweils 30 Prozent, die auf Nichtwettbewerbsbasis am Tag der Auktion beziehungsweise am 15. November zugeteilt werden. Am 16. November muss Griechenland Anleiheschulden von 5 Milliarden Euro zurückzahlen.

Marktteilnehmer hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass Griechenland wie bereits im August erneut diesen Weg den Schuldendienstes wählen wird, da dem Land andere Möglichkeiten der Mittelbeschaffung effektiv verschlossen sind.

Griechenland kann die neuen Papiere aber nur im Markt unterbringen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) der griechischen Zentralbank erlaubt, diese als Sicherheit in Repo-Geschäften zu akzeptieren. Das könnte unter dem Deckmantel der so genannten Emergency Liquidity Assistance (ELA) geschehen.

Angeblich wollte der griechische Zentralbankpräsident am Donnerstag den EZB-Rat von diesem Plan unterrichten. Dieser muss nicht zustimmen, kann ELA aber mit einer Zweidrittelmehrheit ablehnen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte einen Kommentar hierzu bei seiner Pressekonferenz am Donnerstag abgelehnt.

—Mitarbeit: Emese Bartha

Kontakt zu den Autoren: steffen.gosenheimer@dowjones.com und hans.bentzien@dowjones.com

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