• The Wall Street Journal

Volkswirte: Sandy bremst US-Wirtschaft nur wenig

Die wirtschaftlichen Folgen des Wirbelsturms Sandy dürften den Konsum in den USA zum Jahresende kaum beeinträchtigen, sagen Analysten. Wie das Wall Street Journal in einer Umfrage unter 45 Wirtschaftsexperten herausfand, rechnen Beobachter im Schnitt damit, dass die US-Konjunktur im vierten Quartal das ohnehin schon lahme Wirtschaftswachstum aufs Jahr hochgerechnet nur um weitere 0,2 Prozentpunkte bremsen wird.

Die befragten Experten gehen jetzt davon aus, dass die US-Wirtschaft zwischen Oktober und Dezember saisonal bereinigt zum Vorjahr um 1,8 Prozent gewachsen ist. Im Vorquartal ging es noch um 2 Prozent nach oben. Wegen des langsamen Wachstums dürfte auch die Arbeitslosenquote bis Jahresende auf ihrem aktuellen Niveau von 7,9 Prozent verharren. Die Umfrage fand in den vier Tagen vor der Präsidentschaftswahl statt.

AP/dapd

Der Monstersturm Sandy sorgte für starke Verwüstungen an der amerikanischen Ostküste. Die wirtschaftlichen Folgen dürften laut einer Umfrage unter Volkswirten dagegen begrenzt sein.

Trotz der erwarteten Wachstumseinbußen rechnet eine Mehrheit von 59 Prozent der Volkswirte damit, dass der Monstersturm keinen Einfluss auf das Weihnachtsgeschäft im US-Einzelhandel haben wird. Rund 17 Prozent glauben gar, dass Sandy für höhere Konsumausgaben sorgen wird.

Es würden wohl weniger Weihnachtsgeschenke gekauft, was aber durch zusätzliche Umsätze etwa bei Baumaterialien wieder wettgemacht werde, sagen Jim Meil und Arun Raha, Volkswirte beim Energiekonzern Eaton Corp.

Der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete dürfte das Wachstum bis ins nächste Jahr hinein beflügeln. Nach einer Wachstumsdelle zum Jahresende werde das Wirtschaftswachstum im Laufe des nächsten Jahres wieder anziehen, glauben die befragten Analysten. Sie rechnen mit einem Anstieg von 2,8 Prozent bis zum Schlussquartal 2013. So schnell wäre die US-Wirtschaft seit 2011 nicht mehr gewachsen.

Allerdings könnte die zum Jahreswechsel drohende Fiskalklippe – automatisch eintretende Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen – das Wachstum noch deutlich schmälern, wenn der US-Kongress keine anderweitigen Schritte einleitet. Mehr als die Hälfte der Analysten hält es jedoch für wahrscheinlich, dass sich die Politiker zumindest auf vorläufige Gegenmaßnahmen einigen werden. Im Schnitt sehen die Befragten weiterhin eine 20-prozentige Chance, dass die US-Wirtschaft in den nächsten zwölf Monaten in die Rezession abdriftet.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Immobilienpreise

  • [image]

    So teuer ist Wohnen in deutschen Städten

    Wohnen in der Stadt wollen immer mehr junge Leute und auch Familien. Lange Anfahrtswege zur Arbeit schrecken sie ab. Die Verstädterung hat ihren Preis. Immobilien in Ballungszentren werden immer teurer.

  • [image]

    Barack Obamas große Berlin-Show

    Barack Obama war zum ersten Mal während seiner Präsidentschaft zu Gast in der deutschen Hauptstadt. Mit seiner Rede vor dem Brandenburger Tor reihte er sich in die Tradition von John F. Kennedy und Ronald Reagan ein. Wir zeigen die Bilder vom Besuch der Obamas in Berlin.

  • [image]

    Tausende Türken im regungslosen Protest

    Erdem Gündüz ist zur neuen Symbolfigur der türkischen Proteste geworden. Acht Stunden lang stand er auf dem Taksim-Platz in Istanbul – und rührte sich nicht. Im ganzen Land machen es ihm Menschen gleich.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 18. Juni

    Beim berühmten Pferderennen im britischen Ascot trinkt man trotz äußerer Eleganz den Sekt gern aus der Flasche, in Indien huldigen Hindus dem heiligen Fluss Ganges und in Madrid rücken die Abrissbagger in ein Elendsviertel ein. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Obama in Europa: Tanzen mit Angie, Boxen mit Wowi

    US-Präsident Barack Obama kommt viel herum - nicht nur, aber öfter in Deutschland, auch in Frankreich, Tschechien oder Großbritannien jubelt ihm die Menge zu. Wir zeigen schöne, nachdenkliche und sportliche Momente mit Obama in Europa.

  • [image]

    Spektakuläre Formen - Autos wie Skulpturen

    "Sinnlicher Stahl: Autos des Art Deco", unter diesem Titel zeigt das Frist Center for Visual Arts in Nashville, Tennessee, 19 Autos und zwei Motorräder. Die Ausstellung ist gewissermaßen eine Hommage an das im Art Déco gehaltene Gebäude: Sie zeigt Fahrzeuge in sinnlicher Strenge.

  • [image]

    Vom Holzmotorrad zum Schuhauto - die kuriosesten Fahrzeuge

    Mit Kristallen besetzte Autos oder ein Motorrad aus recycelten Fahrradteilen: Wer mit diesen Fahrzeugen unterwegs ist, zieht mit Sicherheit die Blicke auf sich. Wir zeigen, wie Menschen auf der ganzen Welt ihre fahrbaren Untersätze verschönern.