• The Wall Street Journal

J.P. Morgan legt Rechtsstreit um Bear Steams bei

J.P. Morgan Chase & Co. (JPM) kann den Rechtsstreit um den Umgang ihrer Investmentbank-Tochter Bear Stearns mit Hypothekenpapieren wohl in Kürze beilegen. Man habe eine "grundsätzliche Einigung" erzielt, teilte die Großbank in einer Einreichung bei der Börsenaufsicht SEC mit. Zudem könne sie das nach dem Handelsskandal ausgesetzte Aktienrückkaufprogramm fortsetzen. US-Bundesbehörden gaben der Bank grünes Licht, um im ersten Quartal wieder mit dem Rückkauf eigener Aktien für bis zu 3 Milliarden Dollar zu beginnen.

[image] Reuters

J.P. Morgan hatte Bear Stearns auf der Höhe der Finanzkrise 2008 übernommen. Der Rechtsstreit dreht sich darum, dass die Investmentbank von anderen Geldhäusern zwar Schadenersatz für faule Kredite erhalten haben soll, die sie in hypothekenbesicherten Papieren gebündelt hatte - das Geld soll Bear Stearns dann aber nicht an die Anleger dieser Papiere weitergereicht haben.

Im Januar hatte JPM erfahren, dass die Mitarbeiter der SEC auf Basis der Untersuchungen gegen Bear Stearns über die Empfehlung einer Zivil- oder Verwaltungsklage nachdachten. Die nun im Grundsatz erzielte Einigung müsse von der SEC und den Gerichten noch genehmigt werden. Dass sie durchgehe, sei keinesfalls garantiert, hieß es.

Die nun für den Aktienrückkauf genehmigten 3 Milliarden Dollar sind nur ein Bruchteil des ursprünglich angepeilten Volumens. Die New Yorker Bank hatte im März die Genehmigung für ein einjähriges Rückkaufprogramm über 15 Milliarden Dollar erhalten. Das Programm wurde im Mai jedoch gestoppt, nachdem riskante Wetten auf Derivate zu einem milliardenschweren Handelsverlust geführt hatten. Angesichts dessen habe zunächst die Stärkung des Eigenkapitals Vorrang, führte CEO James Dimon seinerzeit zur Begründung an.

Die Verluste durch den Händler, der wegen seiner gewaltigen Spekulation auf dem Kreditmarkt den Spitznamen "Wal von London" trägt, fielen am Ende weit höher aus als erwartet. War am Anfang noch von 2 Milliarden Dollar die Rede, türmten sie sich zum Ende des dritten Quartals auf 6,2 Milliarden Dollar.

Die größte US-Bank nach Assets hatte zunächst gehofft, den Aktienrückkauf bereits im vierten Quartal wieder aufnehmen zu können. Die Dividendenzahlungen an die Investoren blieben trotz des Verlustes unverändert. Im August reichte J.P. Morgan einen neuen Kapitalplan bei den Behörden ein, der nun genehmigt wurde.

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