Von MARGOT PATRICK und FRANCES ROBINSON
Frankreich und Belgien legen bei der bereits verstaatlichten Pleitebank Dexia nach. Mit weiteren 5,5 Milliarden Euro greifen die beiden Staaten dem Kreditinstitut unter die Arme. Belgien übernimmt dabei mit 2,9 Milliarden Euro den größeren Teil, aber auch Frankreich muss mit 2,6 Milliarden Euro eine hohe Summe schultern.
Gleichzeitig streichen die Regierungen ihre bereits gewährten Garantien für die in einer Bad Bank gebündelten Risikopapiere zusammen. Statt ursprünglich für 90 Milliarden Euro bürgen Frankreich, Belgien und Luxemburg nur noch für 85 Milliarden Euro. Trotz der geringeren Summe muss Frankreich künftig für einen höheren Betrag haften - das Land stockt seinen Haftungsanteil von 36,5 Prozent auf 46 Prozent auf. Im Gegenzug senkt Belgien sein Risiko um 9,5 Prozentpunkte und bürgt künftig nur noch für 51 Prozent der ausfallgefährdeten Papiere. Luxemburg hält seinen Anteil mit 3 Prozent stabil.
Die erneute Kapitalspritze über 5,5 Milliarden Euro war wegen erheblicher Abschreibungen auf die französische Dexia-Tochter, Dexia Credit Locale, und hohen Finanzierungskosten notwendig geworden. In den ersten neun Monaten des Jahres zahlte die franko-belgische Großbank 725 Millionen Euro für staatliche Garantien und Kredite.
Belastet von diesen Finanzierungskosten verbuchte Dexia von Januar bis September unterm Strich einen Verlust von 2,4 Milliarden Euro. Und auch im dritten Quartal schrieb das kriselnde Institut tiefrote Zahlen: Der verlustreiche Verkauf von Beteiligungen und gesunkene Einnahmen im Kreditgeschäft führten zu einem Nettoverlust von 1,2 Milliarden Euro.
Dexia war einst einer der größten Kommunalfinanzierer in Europa. Die Bank wurde 2011 aufgespalten und teilverstaatlicht, nachdem sie sich nicht mehr refinanzieren konnte. Die Regierungen Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs sprangen für den übrig gebliebenen Teil der Bank mit Staatsgarantien ein.
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