Von ALEXANDRA EDINGER
Nach einem passablen Quartal schaut die Commerzbank mit Vorsicht auf die weitere Geschäftsentwicklung. Im dritten Quartal schaffte das Frankfurter Geldhaus zwar wieder einen operativen Gewinn von 216 Millionen Euro, nach tiefroten Zahlen wegen Griechenland-Abschreibungen im Vorjahreszeitraum. Beim Ausblick für das Gesamtjahr bleibt die Bank aber zurückhaltend.
Erfreulich war im dritten Quartal vor allem die Entwicklung im Privatkundengeschäft. Das Segment verbesserte das operative Ergebnis auf 41 Millionen Euro. Das ist immer noch kein riesiger Ertrag, allerdings belebt sich nach Angaben des Unternehmens der Wertpapierhandel und auch das Neugeschäft zog an. Dadurch konnten die Provisionserträge gesteigert werden.
Unter dem Strich erzielte die Bank einen Gewnin von 78 Millionen Euro. Belastend wirkte sich hier die erhöhte Risikovorsorge aus. Der Konzern musste für seine Bad Bank mehr Rücklagen bilden und legte im dritten Quartal 430 Millionen Euro zurück. Analysten hatten allerdings mit 495 Millionen Euro als Rücklage für faule Kredite gerechnet, insbesondere im Bereich der Schiffsfinanzierung hatten sie Schlimmeres erwartet.
Für das Gesamtjahr kündigte die Commerzbank zwar sinkende Ausgaben für die Verwaltung an. Die Kosten sollen von 7,6 Milliarden auf 7,2 Milliarden Euro sinken. Auch hinsichtlich der Risikovorsorge behält sie das Gesamtziel von 1,7 Milliarden Euro im Blick. Für das vierte Quartal rechnet die Frankfurter Bank aber mit einem operativen Ergebnis unter dem Niveau des dritten Quartals. Auch die Risikovorsorge soll steigen.
Im Verlauf des Tages wird Deutschlands zweitgrößte Bank über ihre künftige Strategie Auskunft geben, bei der insbesondere Einschnitte im Privatkundengeschäft erwartet werden. Der Schuh drückt die Bank auch bei ihrer Bad Bank. Hier hat der Konzern inzwischen alles abgeladen, was nicht mehr Kernbank ist: Schiffs- und gewerbliche Immobilienfinanzierung sowie die Staatsfinanzierung.
An der Börse wurde der Quartalsbericht der Commerzbank kritisch gesehen. "Der vorsichtige Ausblick fürs nächste Quartal wird vor allem von angelsächsischen Anlegern als Gewinnwarnung verstanden", sagte ein Händler. Für Unsicherheit sorgten zudem zahlreiche Einmaleffekte, die noch nicht genau quantifiziert worden seien, so der Händler weiter. Laut Einschätzung der Berenberg Bank zahlt die Commerzbank noch immer für frühere Managementfehler. Dazu dürfte unter anderem der Kauf der Deutschen Schiffsbank und sogar die Fusion mit der Dresdner Bank gezählt werden. Der Aktienkurs reagierte mit deutlichen Abschlägen, der Kurs sank am Mittag um mehr als 3 Prozent.
Ende Oktober hatte bereits die Deutsche Bank ihre Zahlen vorgelegt. Im dritten Quartal wurde der Branchenprimus von hohen Kosten für den Konzernumbau ausgebremst. Trotz eines ausgezeichneten Anleihegeschäfts und dem soliden Verlauf im Investmentbanking, stieg das Nettoergebnis im Vergleich zum Vorjahr nur leicht von 725 Millionen Euro auf 747 Millionen Euro.
Kontakt zum Autor: Alexandra.Edinger@dowjones.com







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