• The Wall Street Journal

Verschwundene Madoff-Milliarden zur Hälfte aufgespürt

Bernard Madoff hat Tausende Anleger mit einem Schneeballsystem um Milliarden US-Dollar betrogen – knapp vier Jahre nach seiner Verhaftung ist inzwischen mehr als die Hälfte des Geldes gesichert.

Der Mann, der die Suche nach den Milliarden leitet, heißt Irving Picard und ist der Insolvenzverwalter von Madoff. Von den 17,3 Milliarden US-Dollar, um die der Betrüger Investoren geprellt hat, habe er mehr als 9,2 Milliarden aufspüren können, sagte Irving jetzt. Madoff war im Juni 2009 wegen des beispiellosen Betruges zu 150 Jahren Haft verurteilt worden.

115,3 Millionen Dollar habe Picard gerettet, indem er zwischen April und September 18 strittige Fälle beigelegt hat. In diesem halben Jahr zahlte Picard den betrogenen Anlegern 2,5 Milliarden Dollar zurück. Insgesamt haben sie damit bisher 3,7 Milliarden Dollar erhalten. Mehr als zwei Drittel der Investoren waren Privatpersonen, der Rest bestand aus institutionellen Anlegern wie Pensionsfonds und Stiftungen, heißt es beim US-Rechnungshof.

Associated Press

Bernard Madoff hat Tausende Anleger um ihr Geld betrogen und wurde dafür zu 150 Jahren Haft verurteilt.

Picard war im Dezember 2008 beauftragt worden, als Treuhänder das Investmentunternehmen von Bernard Madoff abzuwickeln, der im selben Monat verhaftet worden war. Seitdem hat Picard mehr als 1.000 Klagen eingereicht, um die Anlagen zu sichern.

Die Securities Investor Protection Corporation, die der US-Kongress 1970 zum Schutz der Anleger gründete, hat bisher im Fall Madoff 1,4 Milliarden Dollar ausgezahlt. Das gemeinnützige Unternehmen finanziert die Zahlungen an Investoren durch Gebühren der Mitglieder sowie Zinsen aus Kapitalanlagen. Von dem Geld gingen 795 Millionen Dollar an von Madoff betrogenen Anleger, rund 637 Millionen Dollar wurden für die Abwicklung des Unternehmens aufgebracht – darin enthalten sind auch die Honorare für Picard und seine Mitarbeiter.

Bevor Geld an die Gläubiger von Madoffs Investmentfirma fließen kann, müssen erst alle Investoren ihr Geld zurückbekommen haben. Steuerbehörden, Angestellte und Verkäufer haben laut dem Insolvenzverwalter Ansprüche auf insgesamt 1,7 Milliarden Dollar geltend gemacht. Noch müssten sie auf ihr Geld warten, sagt Picard.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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