Von NATALI SCHWAB
Die Heidelberger Druckmaschinen AG kämpft sich nur langsam aus der Krise. Operativ und vor Sondereinflüssen schrieb das Unternehmen im zweiten Geschäftsquartal anders als noch im Frühjahr wieder knapp schwarze Zahlen. Unter dem Strich machte der Druckmaschinenkonzern jedoch weiter Verluste, wenn auch nicht mehr ganz so hohe wie zu Jahresbeginn, als die hohen Kosten für die Branchenmesse drupa sowie für neue Produkte belastet hatten.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Verlust aber um 10 auf 30 Millionen Euro. Nach sechs Monaten steht damit ein Fehlbetrag von 104 Millionen Euro in den Büchern. Positiv zeigte sich die Umsatzentwicklung: Die Erlöse stiegen um knapp zehn Prozent auf 697 Millionen Euro. Der Auftragseingang lag auf Vorjahresniveau.
Die Druckmaschinenbranche steckt seit Jahren in der Krise. Weniger Bestellungen, zu hohe Kapazitäten und ein anhaltender tiefgreifender Strukturwandel prägen die Industrie. Der Verpackungsdruck wächst zwar nach wie vor. Aber mit dem Einzug elektronischer Medien ist in vielen Industrieländern der Publikationsdruck geschrumpft, die Auflagen der Zeitungen gehen zurück. Die Zahl der Kunden für die Druckmaschinenbranche schrumpft, weil Druckereien aufgeben oder sich zusammenschließen.
Branchenführer Heidelberger Druck schreibt seit Jahren Verlusten. Mehrere Sparpakete halfen nur bedingt. Derzeit läuft ein weiteres Programm, das Kapazitäts- und Personaleinschnitte vorsieht. Der lanjährige Vorstandsvorsitzende Bernhard Schreier verließ das Unternehmen und wurde durch Ex-Symrise-Chef Gerold Linzbach ersetzt.
Rote Zahlen auch im Gesamtjahr
Trotz der Bemühungen wird Heidelberger Druck auch in diesem Jahr rote Zahlen schreiben, bekräftigte das Unternehmen. Da sich die Umsätze aufgrund der drupa weitgehend in die zweite Jahreshälfte verschieben, erwartet der Konzern ein deutlich positives Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Sondereinflüssen. Rund ein Drittel der geplanten Einsparungen aus dem Sparprogramm von rund 180 Millionen Euro soll bereits im laufenden Geschäftsjahr zum Tragen kommen.
Im kommenden Geschäftsjahr 2013/14 sollen Kostensenkungen erstmals voll wirksam werden und zu jährlichen Einsparungen von rund 180 Millionen Euro führen. Durch neue Rechnungslegungsvorschriften muss Heidelberger Druck im kommenden Geschäftsjahr jedoch Erträge von geschätzten 25 bis 30 Millionen Euro umgliedern. Diese werden dann nicht mehr im operativen Ergebnis vor Sondereffekten verbucht, sondern im Finanzergebnis. Dies führt zu Belastungen.
Der Konzern will die Auswirkungen der Neubilanzierung auf das bisherige Ziel, im nächsten Geschäftsjahr ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Sondereinflüssen von rund 150 Millionen Euro zu erreichen, so schnell wie möglich ausgleichen. Da das Ergebnis vor Steuern von der reinen Ausweisänderung nahezu unberührt ist, hat die bisherige Prognose, ein deutlich positives Vorsteuerergebnis und somit einen Jahresüberschuss zu erzielen, weiterhin Bestand, bekräftigte Heidelberger Druck.
Kontakt zum Autor: natali.schwab@dowjones.com







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