• The Wall Street Journal

Munich Re erhöht Gewinnprognose trotz Sandy deutlich

Bei der Munich Re wäre alles andere als eine Anhebung der Jahresprognose eine Enttäuschung gewesen. Doch was der Rückversicherer ablieferte, übertraf sogar die hoch gesteckten Erwartungen. 3 Milliarden Euro wollen die Münchener dieses Jahr unterm Strich verdienen, nachdem sie zuvor lediglich etwas mehr als 2,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatten. Grund sind nicht nur die ertragreichen Kapitalanlagen, sondern auch, dass Wirbelsturm "Sandy" die Munich Re doch nicht so teuer zu stehen kommen wird wie anfänglich befürchtet.

An der Börse sorgten die guten Nachrichten zu Handelsbeginn für ein kräftiges Kursplus von 2,7 Prozent. Damit ist Munich Re mit Abstand bester Wert im Dax. Anleger hatten im Vorfeld zwar schon auf eine Anhebung der Jahresprognose gehofft. Angesichts der noch unklaren Schadensansprüche durch Sandy waren sie sich dessen aber zuletzt nicht mehr sicher. "Nach Hannover Rück gestern hat man ja schon ein bisschen gehofft, aber das übertrifft selbst hohe Erwartungen", sagte ein Händler.

dapd

Der Walking Man vor dem Gebäude der Munich Re in München. Der weltweit größte Rückversicherer hat seine Jahresprognose trotz der noch ausstehenden Schäden nach dem Wirbelsturm Sandy deutlich erhöht.

Der Dax-Konzern geht nicht davon aus, dass Sandy ihm dabei einen Strich durch die Rechnung machen wird. Eine genaue Aussage zur Schadenshöhe ist laut Munich Re zwar noch nicht möglich. Auf Basis vorläufiger Schätzungen geht der Rückversicherer aber nur von einer Belastung im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich aus. Trotz dieser Belastungen erwartet die Munich Re für 2012 eine Schaden-Kosten-Quote deutlich unter der Zielmarke von 96 Prozent. Ein Wert unter 100 bedeutet ein profitables Versicherungsgeschäft.

Auch die Dividende soll steigen

Insgesamt dürften die Schadensansprüche durch Sandy für die Rückversicherungsbranche nach Ansicht von Experten beherrschbar bleiben. Entscheidend wird für die Versicherer sein, ob die Verträge nur Sturm- oder auch Flutschäden abdecken. Hier zeichnen sich bereits Rechtsstreitigkeiten ab, da viele Versicherte nur gegen Sturmschäden abgesichert sind. Der größte Schaden ist jedoch durch Überschwemmungen entstanden.

Neben der Anhebung der Prognose sorgt auch die Aussicht auf eine höhere Dividende für gute Laune. "Wenn das Jahresergebnis gut ausfällt und die Rahmenbedingungen dem nicht widersprechen, wollen wir eine Dividende ausschütten, die über den 6,25 Euro aus dem Vorjahr liegt", versprach Finanzvorstand Jörg Schneider. "Die Dividendenrendite liegt ja schon bei 4,9 Prozent und dann noch eine Erhöhung - das ist toll", meinte denn auch ein Händler.

Auch mit den Zahlen zum dritten Quartal kann sich die Munich Re sehen lassen. Der Rückversicherer hat es wie zuvor sein Konkurrent aus Hannover geschafft, die Erwartungen deutlich zu übertreffen. Den Gewinn konnte die Munich Re sogar vervierfachen. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt das ausgezeichnete Kapitalanlageergebnis und auch deutlich weniger Großschäden.

Kontakt zum Autor: Madeleine.Nissen@wsj.com

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