Von NOEMIE BISSERBE
PARIS--BNP Paribas hat im dritten Quartal von einem starken Investmentbanking profitiert. Die größte französische Bank steigerte ihren Nettogewinn um mehr als das Doppelte. Zudem hat sie ihre Restrukturierung abgeschlossen, die sie im vergangenen Jahr wegen der verschärften Kapitalanforderungen für Banken in die Wege geleitet hatte.
Der Gewinn kletterte im Zeitraum von Juli bis September auf 1,3 Milliarden Euro, nach 541 Millionen im Vorjahreszeitraum. Damit verdiente die Bank etwas mehr als von Analysten erwartet. Die Einnahmen sanken dagegen leicht auf 9,7 Milliarden Euro.
Im Investmentbanking legten die Einnahmen um ein Drittel auf 2,4 Milliarden Euro zu, während das Privatkundengeschäft auf dem Heimatmarkt angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit und der erodierenden Kaufkraft Anzeichen von Schwäche zeigte. Im Retail-Banking sanken die Einnahmen um 2 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.
Die Franzosen sind nicht die einzige europäische Bank, die derzeit von einem guten Geschäft im Investmentbanking profitiert. Die britische Barclays hatte hier besser abgeschnitten als erwartet und auch die Deutsche Bank konnte in dem wichtigen Geschäft wieder aufholen.
BNP Paribas hatte schnell auf die härteren Kapitalanforderungen für Banken und die durch die europäischen Schuldenkrise verursachten Probleme reagiert. Die Restrukturierungsmaßnahmen zur Stärkung des Kapitalpuffers seien abgeschlossen, teilte die Bank mit. In den vergangenen 15 Monaten hat BNP unter anderem ihre risikogewichteten Aktiva um 79 Milliarden Euro reduziert.
Ende September belief sich die harte Kernkapitalquote nach Basel III - das ist das demnächst in Kraft tretende Regelwerk für Banken - auf 9,5 Prozent. Damit ist das Institut seinem eigentlich zum Jahresende angepeilten Ziel von 9 Prozent schon jetzt voraus.
BNP macht mit seinem Quartalsausweis den Anfang der französischen Großbanken. Am Donnerstag wird Societe Generale Zahlen vorlegen, der Bericht der Credit Agricole steht am Freitag auf dem Programm.
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