Von NATALI SCHWAB
Der Baukonzern Hochtief hat im dritten Quartal mehr verdient als im Vorjahr und die Verluste aus dem ersten Halbjahr aufgeholt. Das Nettoergebnis stieg von 99 Millionen auf 141 Millionen Euro, teilte der Konzern mit. Dabei profitierte Hochtief von einem Verkauf seiner Anteile an der chilenischen Mautstrecke Vespucio Norte Express und von der Sparte Thiess Waste Management in Australien.
Nach neun Monaten steht unter dem Strich wieder ein Nettogewinn von 92 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr litt der Konzern unter den problematischen Großprojekten seiner australischen Tochter Leighton sowie unter Verzögerungen beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie.
Die australische Tochter Leighton, die maßgeblich zum Hochtief-Ergebnis beiträgt, hatte nach Verlusten im vergangenen Jahr und im ersten Halbjahr ebenfalls wieder Gewinne im dritten Quartal geschrieben. Die Australier hatten sich mit dem Bau eines Flughafenzubringers in Brisbane und einer Meerwasserentsalzungsanlage in Victoria verkalkuliert, was zu hohen Abschreibungen führte. Hochtief musste wegen Leighton im vergangenen Jahr hohe Verluste hinnehmen, die Prognosen senken und die Dividende streichen. Beide Projekte sind mittlerweile fertiggestellt oder weit fortgeschritten.
In Asien, Europa und im Bereich Amerika erzielte Hochtief positive Vorsteuerergebnisse. Der Auftragsbestand lag am 30. September mit rund 50 Milliarden Euro um 13 Prozent höher - was einer rechnerischen Auftragsreichweite von mehr als 20 Monaten entspricht. Der Auftragseingang ist Ende September um 38 Prozent auf mehr als 22 Milliarden Euro gestiegen. Das liegt dem Konzern zufolge vor allem an der guten Auftragslage bei der australischen Tochter Leighton. In Europa kamen weniger neue Aufträge hinzu. Wesentliche Ursache hierfür sind Projektverzögerungen bei der Immobilienentwicklung.
Hochtief bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr. Das Ergebnis vor Steuern soll 2012 leicht unter 550 Millionen liegen und der Konzerngewinn knapp unter 180 Millionen Euro. Es werde aufgrund der Rückstellungen für die Elbphilharmonie aber "deutlich anspruchsvoller", diese Ziele zu erreichen. Hochtief kämpft hier mit erheblichen Bauverzögerungen.
In der Prognose sind mögliche Sondereffekte nicht enthalten. Auftragseingang, -bestand und Umsatz dürften das Niveau des Vorjahres erreichen.
Kontakt zum Autor: natali.schwab@dowjones.com







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