Von STEFANIE HAXEL
Der Stahlhändler Klöckner & Co ist im dritten Quartal deutlich tiefer in die roten Zahlen gerutscht als am Aktienmarkt befürchtet. Die Abkühlung der Konjunktur in Europa und der anhaltende Preiskampf bei Stahlprodukten drückten auf die Bilanz. Außerdem war die Nachfrage nach dem Sommer schwächer als erhofft.
Der Konzernverlust nach Minderheiten weitete sich zwischen Juli und September um das Anderthalbfache auf 27 Millionen Euro aus - Analysten hatten nur 22 Millionen Euro Verlust erwartet. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verdiente Klöckner mit 19 Millionen Euro fast die Hälfte weniger als im Vorjahr sowie 4 Millionen weniger als von Analysten erwartet.
Lediglich die Umsatzentwicklung war etwas besser als gedacht. Die Einnahmen gingen zwar um 2 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zurück, lagen damit aber über der Konsensschätzung von 1,82 Milliarden.
Während der Absatz in Europa zurückging, liefen die Geschäfte auf dem US-Markt weiterhin gut. Der MDax-Konzern profitierte zudem von der jüngst übernommenen Firma Macsteel.
Für das laufende vierte Quartal erwartet Klöckner wegen des schwierigen Marktumfeldes und des Nachfrageschwäche ein Ebitda, das vor Restrukturierungskosten auf dem Niveau des dritten Quartals liegen soll. Wegen der sinkenden Preise sei damit zu rechnen, dass die Kunden ihre Lagerbestände weiter abbauten. Deshalb werde der Absatz in den letzten drei Monaten des Jahres im Quartalsvergleich wohl sinken. Der Cashflow soll jedoch deutlich positiv sein.
Wegen der schwierigen Lage in Europa baut Klöckner schon seit September 2011 den Konzern um. Die Unternehmensreformen werden nach Ansicht des Konzerns aber erst 2014 ihre Wirkung entfalten. Zurzeit kosten sie vor allem viel Geld: Die erforderlichen Aufwendungen, einschließlich des Rückzugs aus Osteuropa und der bereits angekündigten Restrukturierung in Frankreich liegen nach Unternehmensangaben bei 60 Millionen Euro. Mindestens zwei Drittel davon dürften noch in diesem Jahr anfallen.
Im Gesamtjahr 2012 soll der Absatz insgesamt um 6,5 Prozent zulegen und der Umsatz um rund 5 Prozent. Das Ebitda vor Restrukturierungskosten sieht der Konzern bei 130 bis 140 Millionen Euro. 2011 hatte Klöckner & Co einen Umsatz von knapp 7,1 Milliarden Euro und ein Ebitda von 217 Millionen Euro erzielt.
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