Von BRENT KENDALL, VANESSA MOCK und THOMAS CATAN
Die Leiter der europäischen und US-amerikanischen Wettbewerbsbehörden wollen sich gut informierten Kreisen zufolge nächste Woche in Europa treffen, um sich über die laufende Kartellprüfung des US-Internetkonzerns Google auszutauschen. Während die Amerikaner noch in diesem Jahr den aktuellen Stand ihrer Untersuchung mitteilen wollen, sind die europäischen Kartellwächter EU-Kreisen zufolge noch nicht so weit.
Am Montag werde sich der Chef der US-Handelskommission FTC, Jon Leibowitz, mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia treffen und neben Google auch andere Fälle diskutieren. Eine FTC-Sprecherin bestätigte, dass Leibowitz in Europa war, wollte aber das Treffen in der kommenden Woche nicht bestätigen.
Die US-Wettbewerbshüter und Google verhandeln gut informierten Kreisen zufolge momentan über eine Einigung. Diese Woche hätten sich Vertreter der Behörde mit Google-Gründer und CEO Larry Page in Washington getroffen. Währenddessen bekräftigte der Suchmaschinengigant, die Zusammenarbeit mit den Behörden fortzusetzen. "Wir kooperieren weiter mit der US-Handelskommission und der Europäischen Kommission und freuen uns, ihre Fragen zu beantworten", sagte ein Google-Sprecher.
Die Europäische Kommission und die US-Handelskommission überprüfen seit geraumer Zeit, ob der US-Internetkonzern seine Dominanz auf dem Markt für die Onlinesuche ausnutzt und Wettbewerbern wie beispielsweise Microsoft dadurch Nachteile entstehen.
Ende des Jahres will die FTC laut Leibowitz über das weitere Vorgehen entscheiden. Die EU dürfte für ihre Untersuchung aber noch länger brauchen. "Es ist keineswegs gesichert, dass wir uns vor Ende des Jahres zu den Überprüfung äußern", sagte ein mit den Vorgängen vertrauter EU-Vertreter. Die Verhandlungen mit Google und dritten Parteien werden fortgesetzt, fügte er hinzu.
Google-Wettbewerber hatten in den vergangenen Tagen Befürchtungen geäußert, die FTC könnte davon abrücken, ein teures Gerichtsverfahren gegen den Internetgiganten einzuleiten.
Ursprünglich hatte sich die US-Behörde bei ihren Untersuchungen auf Beschwerden der Rivalen konzentriert. Mittlerweile würde die Handelskommission jedoch stärker auf die generellen Geschäftspraktiken des Konzerns schauen, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen.
Ein Vorwurf lautet, dass Google Inhalte von rivalisierenden Seiten ohne entsprechende Erlaubnis übernommen hätte. Das Internetunternehmen, dass mittlerweile die betreffenden Inhalte von seiner Seite entfernt hat, betont jedoch, es habe immer innerhalb geltender Urheberrechte gehandelt.
Eine Untersuchung, die sich lediglich auf solch allgemeine Geschäftspraktiken beschränken würde, wäre für die Google-Wettbewerber enttäuschend. Sie werfen dem kalifornischen Konzern vor, seine Marktmacht zu nutzen, um eigene Produkte bei Suchanfragen besser zu positionieren. "Es wäre ein trauriger Tag für die Wettbewerber und Konsumenten, wenn ihre Vorwürfe bei den Untersuchungen in den Hintergrund rücken würden", sagte Anwalt Matthew Reilly, der eine Koalition klagender Unternehmen namens Fairsearch.org vertritt.
—Mitarbeit: Amir EfratiKontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de






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