• The Wall Street Journal

Technik-Exporte retten Japans Industrieproduktion

TOKIO--Der wieder angelaufene Export von Komponenten für Mobiltelefonen nach China hat Japans Industrie im Oktober einen unerwarteten Produktionszuwachs beschwert. Nach Mitteilung des Wirtschaftsministeriums stieg die Industrieproduktion im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent, während Ökonomen einen Rückgang um 2,2 Prozent prognostiziert hatten. Dem Rest der Industrie bescheinigte das Ministerium ein anhaltend schwaches Produktionsniveau. Die Deflation hat unterdessen etwas an Schärfe verloren.

Der Anstieg der japanischen Industrieproduktion, der erste seit drei Monaten, konzentrierte sich auf die Elektronikindustrie. Das der Output dort um satte 14,7 Prozent zunahm, lag nach Aussagen des Wirtschaftsministeriums vor allem an der Ausfuhr nach China.

Reuters

Der Anstieg der japanischen Industrieproduktion, der erste seit drei Monaten, konzentrierte sich auf die Elektronikindustrie.

Nach den Streitigkeiten um eine von beiden Ländern beanspruchte Inselgruppe waren Lieferungen nach China unterbrochen worden. Japan versorgt in China tätige Hersteller wie Apple und Samsung mit integrierten Schaltkreisen und Flüssigkristalldisplays.

Japans gesamte Industrieproduktion ist weiterhin schwach. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte aber, in einigen Bereichen gebe es Anzeichen für eine Erholung, die möglicherweise auch nur eine Reaktion auf die jüngsten starken Produktionsrückgänge darstellten. Ihr Vorjahresniveau unterschritt die Produktion im Oktober um 4,3 Prozent. Es war der fünfte Rückgang in Folge. Für November erwarten die Unternehmen einen Produktionsrückgang um 0,1 Prozent.

Die seit Jahren anhaltende Deflation in Japan hat im Oktober zumindest vorübergehend etwas an Schärfe verloren. Die Kernverbraucherpreise lagen exakt auf Vorjahresniveau, nachdem sie in den fünf Monaten vorher darunter gelegen hatten. Für November allerdings deutet sich ein stärkerer Preisrückgang an: Die Lebenshaltungskosten im Großraum Tokio sanken auf Jahressicht um 0,5 Prozent.

Shinzo Abe, der Chef der oppositionellen LDP, hat für den Fall eines Sieges bei den nächsten Wahlen eine noch aggressivere geldpolitische Lockerung versprochen. Er will, dass die Bank of Japan so lange "unbegrenzt" Geld druckt, bis das von ihm geforderte Inflationsziel von 2 Prozent Jahresteuerung erreicht ist.

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