Von JOHN PACZKOWSKI
Am Ende hat es etwas länger gedauert, doch jetzt ist es da. Apple hat in der Nacht eine neue Version seines beliebten Multimedia-Verwaltungsprogramms iTunes veröffentlicht – einen Monat später, als ursprünglich angekündigt.
iTunes 11 ist die wohl größte Neuerung für das Programms, seit es vor über zehn Jahren auf dem Markt kam. Was 2001 als digitale Musik-Jukebox vorgestellt wurde, hat ein komplett neues Design bekommen. Die jetzt veröffentlichte Version setzt auf eine stärkere Integration von Apples iCloud-Service und iTunes-Store. Bei der Benutzeroberfläche hat man sich ein paar Dinge beim mobilen Betriebssystem iOS abgeguckt. Viele Elemente, die über die Jahre hinzugekommen sind, wurden eleganter eingearbeitet.
Verschwunden sind Cover Flow, der Eigentlich-gar-nicht-so-mini-Mini-Player und Ping – Apples soziales Netzwerk für Musik, das kaum Erfolge vorweisen konnte. Stattdessen gibt es nun eine spartanische horizontale Quellenauswahlleiste, einen wirklich kleinen Mini-Player und – anscheinend keine Interaktionsmöglichkeiten mit sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Zumindest keine, die ich finden konnte. Die Integration sozialer Netzwerke ist genauso rudimentär wie bei der Vorgängerversion. Genauer gesagt: es gibt keine. Mitteilen kann man nur, welche Musik einem im iTunes-Store gefällt. Was man gerade hört, bleibt privat.
Ebenfalls neu: Die Synchronisation von Musikwiedergabe über iCloud, eine verbesserte Suchfunktion und „Up next" – eine Funktion, bei der angezeigt wird, welche Lieder als nächstes gespielt werden.
Natürlich ist es viel zu früh, ein abschließendes Urteil zu fällen. Schließlich gibt es noch zahlreiche andere Neuigkeiten, die gefunden und getestet werden wollen. Doch auf den ersten Blick sieht iTunes 11 wie eine ziemlich gelungene Überarbeitung einer Software aus, die im Ruf steht, über die Jahre zu vollgepackt und insgesamt auch zu komplex geworden zu sein. Es scheint ziemlich klar zu sein, wer bei der Überarbeitung eine wichtige Rolle gespielt hat: Apple-Design-Guru Jony Ive. Was noch erwähnt werden muss: Der iTunes-Store wurde aktiver in die Software integriert und ist überall präsent. Das dürfte vor allem die Anbieter von Inhalten glücklich machen.
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