Von DREW FITZGERALD
Groupon-Chef Andrew Mason ist von sich und seinen Leistungen überzeugt. Auf einer Veranstaltung in New York reagierte er auf Berichte, nach denen der Verwaltungsrat momentan auf der Suche nach einem Nachfolger für ihn sei: Er glaube fest daran, dass er der Richtige sei, um die Schnäppchenseite aus ihrer schwierigen Lage zu retten.
Mason gab zu, dass es „ein holpriger Weg" gewesen sei. Außerdem liege es natürlich in der Verantwortung des Aufsichtsrates, herauszufinden, ob er noch der richtige für Leitung der Firma sei – jetzt, da die Aktien nur noch 20 Prozent ihres ursprünglichen Wertes hätten. Aber den Stab abgeben will er offenbar nicht: „Sollte ich jemals der Meinung sein, dass ich nicht die richtige Person für den Job bin, wäre ich der erste, der mich feuert."
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Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, da der Verwaltungsrat zusammenkommt, um über einen möglichen Ersatz für Mason zu beraten. Wie eine mit den Vorgängen vertraute Person dem Wall Street Journal sagte, soll es bei einem regelmäßig stattfindenden Treffen am Donnerstag soweit sein.
Der sinkende Aktienkurs von Groupon bringt offenbar einige Mitglieder des Verwaltungsrats gegen Mason auf. Als man im vergangenen Jahr an die Börse ging, lag der Kurs noch bei 20 US-Dollar. Am Mittwoch stiegen sie zwar leicht um 2 Prozent. Doch 4 Dollar sind im Vergleich immer noch recht wenig.
Groupon wurde 2008 gegründet. Das Unternehmen bietet reduzierte Online-Coupons für lokale Händler an. Ehemals ein Star am Internet-Himmel, gab es seit dem Börsengang immer wieder Probleme, so wie sinkende Gewinne, Fragen um die Bilanzen und der Abgang zahlreicher führender Mitarbeiter. Der 32-jährige Mason muss die skeptischen Investoren in einer schwierigen Lage davon überzeugen, dass das Unternehmen noch Wachstumspotenzial hat.
Im dritten Quartal musste Groupon ein Minus von 2,98 Millionen Dollar vermelden. Wegen des schwachen Europageschäfts steigen die Umsätze langsamer als bisher. Jetzt versucht die Firma, sich neu zu erfinden - unter anderem mit einer Software für Händler vor Ort, einem elektronischen Bezahlsystem und dem direkten Verkauf von Artikeln.
Direktverkäufe etwa von Fernsehgeräten und Schmuck werden für Groupon immer wichtiger. Die Einnahmen der Sparte sprangen im dritten Quartal auf 26 Prozent. Im ersten Quartal waren es noch 3 Prozent. Trotzdem ist dieser Bereich längst nicht so profitabel wie das Kerngeschäft – auch durch Konkurrenz von etablierten Unternehmen wie Amazon und Ebay. Mason sagte am Mittwoch, sein Unternehmen werde den Direktverkauft weiter ausbauen. Auch der Bezahldienst für lokale Händler soll gestärkt werden.
Der 32-Jährige ging auch auf den Wettbewerber Amazon ein. Er erklärte, man wolle einen anderen Weg einschlagen und keine endlose Palette an Produkten anbieten. Stattdessen will Groupon zum Beispiel aus Dutzenden von Fernsehern einen auswählen, den die Kunden tatsächlich haben wollen.
Mason spielte Berichte über den Druck des Verwaltungsrats auf seine Person herunter und nannte sie übertrieben. Er sagte jedoch, dass es Aufgabe der Mitglieder sei, ihn im Auge zu behalten. „Ich mache mir mehr Sorgen über den Erfolg des Unternehmens, als ich mir Sorgen um mich selbst mache", erklärte er.
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