Von MADELEINE NISSEN
Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sieht die schärfste Konkurrenz aus China kommen und will daher noch stärker als bislang im Reich der Mitte investieren. Mit weiteren Investitionen in Chinas Industrie, Gesellschaft und in die Ausbildung chinesischer Arbeitskräfte wolle EADS Teil dieses wichtigen Wachstumsmarktes sein, sagte Vorstandschef Thomas Enders bei der europäisch-chinesischen Konferenz in der Handelskammer Hamburg.
Die Konkurrenz für Airbus und Boeing könne nur aus China kommen, erklärte Enders. Er rechnet damit, dass künftig ein chinesischer Konzern in die nordamerikanisch-europäische Phalanx beim Flugzeugbau einbrechen könnte. "Die Eintrittsbarrieren für den Bau großer Verkehrsflugzeuge sind hoch. Aber wenn ein Land über die finanziellen und technische Mittel verfügt, um an das Potenzial von Airbus und Boeing heranzureichen, dann ist es China."
Erst kürzlich hatte EADS einen Milliardenauftrag aus China bekommen, allerdings zum Preis eines erheblichen Nachlasses. Im Gegenzug erwarb EADS vom Käufer Regionaljets im Wert von knapp 200 Millionen Euro.
Der EADS-Konzern befindet sich derzeit mitten in der Neuordnung. Die Frage ist: Wer wird in Zukunft welchen Anteil halten? Dabei scheinen nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mehrere Optionen vom Tisch. Weil der Autokonzern Daimler bis Jahresende unbedingt ein Paket von 7,5 Prozent seiner EADS-Aktien aus der Bilanz haben will, komme ein Erwerb des gesamten Pakets durch die staatliche Förderbank KfW im Auftrag des Bundes nicht mehr in Frage. Auch werde die KfW nicht direkt vom französischen Staat 3 Prozent der EADS-Aktien kaufen, wie zuletzt spekuliert worden war, schreibt das Blatt. Enders war bei der Konferenz für ein Kommentar zunächst nicht erreichbar.
Kontakt zum Autor: Madeleine.Nissen@wsj.com





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