Von TENNILLE TRACY
WASHINGTON--Nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor zweieinhalb Jahren hat es der britische Ölkonzern BP in den USA nach wie vor nicht leicht. Die Obama-Regierung hat BP nun zeitweise von neuen Regierungsaufträgen ausgeschlossen. Washington verweist auf einen "Mangel an geschäftlicher Integrität", die zu der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA geführt habe.
Der Bann über den Konzern und seine Gesellschaften gelte so lange, bis das Unternehmen beweisen könne, die geforderten Geschäftsstandards einzuhalten, teilte die amerikanische Umweltschutzbehörde "Environmental Protection Agency" mit. Dies sei das übliche Vorgehen in solchen Fällen, wenn die Frage der Verantwortung Teil einer Strafsache sei. Die Regierung wolle sicherstellen, dass sie nur mit verantwortungsbewussten Individuen und Unternehmen zusammenarbeitet. Bestehende Verträge mit der Regierung seien aber nicht betroffen.
BP war für einen Kommentar unmittelbar nicht zu erreichen. Der Konzern hatte sich Mitte des Monats in elf Punkten des Fehlverhaltens und der Fahrlässigkeit für schuldig bekannt. Bei der Katastrophe auf der Ölplattform Deepwater Horizon im April 2010 waren 11 Menschen ums Leben gekommen. Es flossen 4,9 Millionen Barrel Öl in den Golf von Mexiko.
Der Schritt der Regierung hat unmittelbare Auswirkungen auf BP. Bei der morgigen Auktion neuer Bohrgenehmigungen im Golf werden die Briten nicht mitmischen können. Das dürfte ein schwerer Schlag für BP sein, denn der Konzern ist der größte Öl- und Gasproduzent im Golf von Mexiko und hat dort noch viel vor. Trotz der Katastrophe ist die Region für BP eine der wichtigsten. In diesem und den kommenden Jahren will das Unternehmen dort je 4 Milliarden US-Dollar investieren.
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