• The Wall Street Journal

Deutschland warnt vor Angriff auf Iran

Deutschland und Russland warnen übereinstimmend vor einem militärischen Vorgehen gegen den Iran wegen des dortigen Atomprogramms. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mahnte am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz, notwendig sei eine "politische und diplomatische Lösung". Darauf müssten nun alle Seiten ihre ganze Aufmerksamkeit konzentrieren.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow unterstützte die Position Westerwelles. Es sei ein Fehler, nur über militärische Optionen in dem Streit über das iranische Atomprogramm zu sprechen. Statt dessen müsse auf Verhandlungen gesetzt werden. Lawrow mahnte zugleich, auch der Iran habe berechtigte Sicherheitsinteressen.

Aus der US-Regierung waren am Freitag verstärkt Drohungen in Richtung Teheran gekommen. Verteidigungsminister Leon Panetta beschuldigte den Iran, die Region zu destabilisieren, indem das Land seine Verbündeten mit Raketen versorgt.

USA sprechen von Eskalation

Vorher war bekannt geworden, dass der Iran so genannte Manpads an andere Länder liefert - Raketen, die von einzelnen Personen getragen werden können. Panetta sagte nun, das sei eine "Eskalation".

Der amerikanische Vizepräsident Joe Biden bot jedoch in München der iranischen Regierung ausdrücklich Gespräche an. Es gebe "immer noch Zeit und Raum für Diplomatie". Allerdings müsse Teheran jetzt einen ernsthaften Schritt in Richtung Verhandlungen unternehmen.

Der Westen befürchtet, dass der Iran ein geheimes Programm zum Bau von Kernwaffen betreibt. Teheran bestreitet dies und beharrt auf einer Nutzung der Atomtechnologie für zivile Zwecke.

Westerwelle mahnte, die iranische Regierung sollte die Bereitschaft der USA zu substanziellen Verhandlungen aufgreifen. Der Außenminister fügte hinzu: "Die Hand ist ausgestreckt." 2013 werde ein entscheidendes Jahr für die Möglichkeit einer politischen Lösung sein. Die Ankündigung eines beschleunigten Ausbaus der Urananreicherung im Iran sei jedoch ein falsches Signal, kritisierte der Bundesaußenminister.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Diese Villa ist die teuerste Immobilie der USA

    20 Hektar Fläche, dazu ein kilometerlanger eigener Strand und zwei Inseln obendrauf: Dieses opulente Anwesen in Connecticut ist die derzeit teuerste Immobilie in den USA, die zum Verkauf steht. Und das hat seine Gründe.

  • [image]

    Das sind die beliebtesten Länder der Welt

    Deutschland ist nach einer Umfrage des britischen Senders BBC das beliebteste Land der Welt. Allerdings geht es nicht darum, wo es sich am besten leben lässt, sondern welche Nation den besten Einfluss hat.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Mai

    Haben Sie das Wetter gerade satt? Menschen weltweit geht es genauso: In England hagelt es, in Nepal und Norwegen gießt es in Strömen, in den USA stürmt und blitzt es und in Indien schwitzen sogar die Gänse. Schauen Sie nach in unseren Fotos des Tages!

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.