• The Wall Street Journal

Sharp und Panasonic kehren in die Spur zurück

Die beiden gebeutelten japanischen Elektronikkonzerne Sharp und Panasonic machen ihren Anlegern Hoffnung. Bei der Vorlage der Ergebnisse für das dritte Quartal bestätigten sie ihre Prognosen für das Geschäftsjahr, das im März endet. Gleichzeitig nahmen bei Sharp die massiven Verluste im Vergleich zum Vorquartal ab, Panasonic kam aus den roten Zahlen heraus. Endgültige Entwarnung gaben beide Unternehmen jedoch nicht: Die Situation bleibe angespannt.

Bei der Präsentation ihrer Zweitquartalszahlen im Herbst hatten beide Unternehmen vor Rekordverlusten im Gesamtjahr gewarnt. Das Überleben der beiden Traditionskonzerne steht seitdem auf der Kippe. Nun können die Elektronikunternehmen vermelden: Der freie Fall ist beendet, Schlimmeres ist also nicht zu befürchten.

[image] Agence France-Presse/Getty Images

Panasonics Chef Kazuhiro auf der International Consumer Electronics Show in Las Vegas on January 8, 2013.

"Dieses Quartal verlief sehr glatt und nach Plan. Wir sind aber immer noch in einer schwierigen operativen Lage und Finanzsituation. Deshalb lassen wir mit unseren Bemühungen nicht nach", sagte Sharp-Vorstandsmitglied Tetsuo Onischi.

Der Quartalsverlust von Sharp verringerte sich von 173,6 Milliarden Yen oder umgerechnet 1,38 Milliarden Euro im Vorjahr auf 36,7 Milliarden Yen. Operativ gelang der Sprung zurück in die schwarzen Zahlen. Hier stand in den drei Monaten per Ende Dezember ein Gewinn von 2,6 Milliarden Yen zu Buche. Analysten hatten einen Verlust von 2,92 Milliarden Yen erwartet. Der Umsatz kletterte um rund 15 Prozent auf 678 Milliarden Yen.

Sharp begründete die Kehrtwende mit geringeren Fixkosten und dem Verkauf von Vermögenswerten. Die Belegschaft reduzierte der Konzern um zehn Prozent. Die verbesserten Quartalszahlen könnten zwar die Unsicherheit über den Fortbestand von Sharp nicht endgültig wegwischen. Nunmehr geplante Gegenmaßnahmen dürften diese Zweifel aber letztlich zerstreuen.

Die Bilanz von Sharp litt in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres schwer unter Problemen in der Kernsparte Elektronik. Hier verbrannte der Konzern regelrecht Barmittel. Das Kreditrating fiel auf Ramschstatus. Sharp steuerte gegen und veräußerte Unternehmensteile, darunter Fernseherwerke, um sich Kapital zu besorgen. Die stolzen Japaner schlossen ein Abkommen mit dem US-Chiphersteller Qualcomm über eine Kapitalspritze von 9,9 Milliarden Yen. Für das laufende Geschäftsjahr betätigte Sharp derweil die Prognose von 450 Milliarden Yen Nettoverlust, 155 Milliarden Yen operativem Verlust und einem Umsatz von 2,46 Billionen Yen.

Auch Panasonic brachten aggressive Sparprogramme zurück in die Spur. Gleichzeitig half der schwächere Yen. Dadurch gelang die Rückkehr in die schwarzen Zahlen nach massiven Verlusten wegen Restrukturierungen im Vorjahr. Der Konzern wies einen Nettogewinn von 61,4 Milliarden Yen aus nach einem Fehlbetrag von fast 200 Milliarden Yen im Vorjahr. Der Umschwung ist umso erstaunlicher, da Panasonic im Vorquartal mit 700 Milliarden Yen Verlust so tief in die roten Zahlen rutschte, wie kaum jemals ein japanischer Konzern zuvor. Der Umsatz ging gleichzeitig um 8 Prozent auf rund 1,8 Billionen Yen zurück.

Unter der Ägide von Präsident Kazuhischa Tsuga durchlebt der Konzern einen radikalen Strategieschwenk. Panasonic setzt jetzt mehr auf Industriegüter und weniger auf den einstigen Umsatzbringer Elektronik. Industriegüter bieten tendenziell höhere Margen. Panasonic will seine Strukturen verschlanken, in weniger Geschäftsfeldern mitmischen und weniger Personal beschäftigen. Im Oktober kündigte das Unternehmen dafür Belastungen von nochmals 400 Milliarden Yen an.

Das Ende der Fahnenstange ist dabei noch nicht erreicht. "Wir wollen unsere Fixkosten weiter senken", sagte Finanzchef Hideaki Kawai.

Panasonic wendet sich bei der Elektronik besonders stark vom Fernsehergeschäft ab. Hier sind die Margen hauchdünn und die Konkurrenz der südkoreanischen Samsung und LG Electronics beinahe übermächtig. Die Japaner wittern ihre Chance beim Bau von umweltfreundlichen Gebäuden mit energiesparenden Geräten. Dazu zählen Produkte der erneuerbaren Energie, wie zum Beispiel Solarpanele.

Im Gesamtjahr will Panasonic den angepeilten operativen Gewinn von 140 Milliarden Yen sowie einen Umsatz von 7,3 Billionen Yen schaffen. Der Nettoverlust soll 765 Milliarden Yen nicht übersteigen. Der Kursrutsch des Yen seit Mitte November gab dem Konzern wichtige Rückendeckung. Ein niedriger Yen erhöht die Gewinne aus dem Auslandsgeschäft, wenn die Devisen in heimische Währung umgewechselt werden. Gleichzeitig verbilligen sich dadurch japanische Produkte im Ausland.

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