Von GISELA SIMON und CHRISTIAN GRIMM
Die Talfahrt der Industrie im Euroraum hat sich zu Jahresbeginn 2013 noch deutlicher verlangsamt als zunächst berichtet. Dabei blieben die Wachstumsunterschiede zwischen den Mitgliedsländern eklatant, vor allem zwischen den beiden Schwergewichtsländern Deutschland und Frankreich.
Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Euroraum stieg im Januar auf 47,9 Punkte. Das teilte der Datendienstleister Markit bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Bei der ersten Veröffentlichung war ein Anstieg auf 47,5 Zähler gemeldet worden. Volkswirte hatten eine Bestätigung dieses ersten Ausweises erwartet. Im Dezember hatte der Index bei 46,1 Punkten gelegen. Der PMI erreichte im Januar damit den höchsten Stand seit elf Monaten, lag aber weiterhin deutlich unter der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird.
Abgeschwächte Produktions und Auftragsrückgänge sorgten nach Darstellung von Markit dafür, dass sich der Abschwung der Industrie weiter verlangsamte. Dabei kamen die positiven Impulse vornehmlich aus Deutschland. Im Januar hat die deutsche Industrie nur knapp die Rückkehr zu Wachstum verfehlt. Der PMI kletterte um satte 3,8 auf 49,8 Punkte und erreichte damit fast die Wachstumsschranke von 50 Zählern. Das war der stärkste Anstieg seit Juli 2009.
Grund für den steilen Zuwachs ist ein leichtes Plus bei den Produktionszahlen und eine Konsolidierung bei der Auftragslage. Trotz hoffnungsvoller Signale haben die Firmen laut Markit aber weiter Stellen abgebaut. Entspannung mache sich hingegen an der Preisfront bemerkbar, wo die Einkaufspreise den zweiten Monat in Folge nachgaben.
"Die deutsche Industrie hat zu Jahresbeginn eine deutliche Trendwende erlebt. Die Anhebung der Produktionsleistung ist vielleicht das bisher stärkste Anzeichen dafür, dass sich die deutsche Wirtschaft nach dem Rückgang im vierten Quartal 2012 wieder auf Wachstumskurs befindet", sagte Markit-Volkswirt Tim Moore.
Abgeschwächte Schrumpfungsraten
In Irland und den Niederlanden liegt der PMI über der Marke von 50 Punkten. Dagegen verstärkte sich der Abschwung in Frankreich, wo man mit 42,9 Zählern den niedrigsten Stand seit vier Monaten verzeichnete. In Italien und Spanien und auch in Griechenland schwächten sich die Schrumpfungsraten ab.
Nach den Worten von Markit-Chefökonom Chris Williamson geben die Daten Anlass zur Hoffnung, dass die Wende zum Besseren im ersten Quartal 2013 ansteht. "Vorausgesetzt, es gibt keine neuen Hiobsbotschaften beim Thema Schuldenkrise, dürfte die Eurozone unseren Daten zufolge zur Jahresmitte wieder auf Wachstumskurs sein", sagte er.
Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von rund 3.000 Industrieunternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland. Diese Länder repräsentieren etwa 90 Prozent der industriellen Geschäftstätigkeit in der Eurozone.
Kontakt zu den Autoren: gisela.simon@dowjones.com und christian.grimm@dowjones.com

Associated Press


![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AR316_otto_y_E_20130518041132.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XN224_051713_E_20130517140059.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AR238_s_prom_E_20130516101434.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XL468_0513ha_E_20130513114819.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XL241_0512ep_E_20130512155044.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AR285_Powell_C_20130517094516.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AR292_schiff_C_20130517105204.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AR276_sport1_C_20130517080305.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XM094_130515_C_20130514234555.jpg)
Hello
Your question to the Journal Community Your comments on articles will show your real name and not a username.Why?
Create a Journal Community profile to avoid this message in the future. (As a member you agree to use your real name when participating in the Journal Community)