• The Wall Street Journal

USA verschieben Schuldengrenze in den Mai

Mit seiner Zustimmung in der Nacht zu Freitag hat der US-Senat die Schuldenobergrenze verschoben und die drohende Zahlungsunfähigkeit der Regierung bis Mitte Mai abgewendet. Mit einer Mehrheit von 64 zu 34 Stimmen segneten die Senatoren das Gesetz ab, dem das Repräsentantenhaus schon zuvor sein Zustimmung erteilt hatte.

Die USA haben die Schuldengrenze von 16,4 Billionen Dollar eigentlich schon am 31. Dezember gerissen. Nur durch die kreative Politik des Finanzministers konnten die Beamten noch weiter bezahlt werden. So wurden zum Beispiel bestimmte Zahlungen an Pensionskassen verschoben.

[image] dapd

Mit einer Mehrheit von 64 zu 34 Stimmen haben die Senatoren in den USA einer Verschiebung der Schuldenobergrenze bis Mitte Mai zugestimmt. Das Repräsentantenhaus hatte schon zuvor sein Zustimmung erteilt.

Ende Februar wären auch diese Sondermaßnahmen ausgeschöpft gewesen und Präsident Barack Obama hätte die Pleite seines Landes verkünden müssen. Durch die Verschiebung der Frist werden die nun auflaufenden Kredite erst am 19. Mai auf den Schuldenstand aufgerechnet. Gibt es bis dahin immer noch keinen Haushaltskompromiss mit einer langfristigen Erhöhung der Schuldenobergrenze, könnte der Finanzminister noch einmal in die Trickkiste greifen, um Zeit zu gewinnen.

Der zwischen Demokraten und Republikanern gefundene Kompromiss zur Verschiebung der Frist verbessert das angespannte Klima zwischen beiden Lagern aber kaum. Die Republikaner wollen die Neuverschuldung durch strikte Einsparungen binnen zehn Jahren auf Null herunterfahren, während die Demokratische Partei und Präsident Obama auch die Reichen stärker zur Kasse bitten will.

Eine wachsende Zahl der Republikaner sieht deshalb dem 1. März freudig entgegen. Unternimmt das US-Parlament nichts, treten an diesem Tag automatische Kürzungen von 85 Milliarden Dollar bei Verteidigung und Regierungsprogrammen in Kraft. "Das Patt führt zu Ausgabenkürzungen. Wenn die Regierung nichts unternimmt, sinken die Ausgaben. Wir können dann einen Sieg verkünden", sagte der Abgeordnete Mick Mulvaney aus South Carolina.

Die Demokraten wollen sich in der kommenden Woche beraten, wie sie die automatischen März-Einsparungen verhindern können. "Es ist entscheidend, dass wir einen ausgeglichenen Entwurf vorlegen, der intelligente Ausgabenkürzungen, höhere Steuern von den Reichen und das Schließen von Steuerschlupflöchern verbindet", sagte der Demokratische Mehrheitsführer im Kongress, Harry Reid.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Diese Villa ist die teuerste Immobilie der USA

    20 Hektar Fläche, dazu ein kilometerlanger eigener Strand und zwei Inseln obendrauf: Dieses opulente Anwesen in Connecticut ist die derzeit teuerste Immobilie in den USA, die zum Verkauf steht. Und das hat seine Gründe.

  • [image]

    Das sind die beliebtesten Länder der Welt

    Deutschland ist nach einer Umfrage des britischen Senders BBC das beliebteste Land der Welt. Allerdings geht es nicht darum, wo es sich am besten leben lässt, sondern welche Nation den besten Einfluss hat.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Mai

    Haben Sie das Wetter gerade satt? Menschen weltweit geht es genauso: In England hagelt es, in Nepal und Norwegen gießt es in Strömen, in den USA stürmt und blitzt es und in Indien schwitzen sogar die Gänse. Schauen Sie nach in unseren Fotos des Tages!

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.