• The Wall Street Journal

Chinesische Hacker drangen auch in WSJ-Computer ein

dapd

Das Gebäude der News Corporation in New York. Chinesische Hacker drangen in die Computer der US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal ein. Das Wall Street Journal gehört zum Verlag Dow Jones, der dem Medienkonzern News Corp. gehört.

Die Computer dieser Wirtschaftszeitung sind durch chinesische Hacker infiltriert worden – offenbar um die Chinaberichterstattung des Wall Street Journals zu beobachten. Die Infiltrierung des WSJ sowie Berichte über das Eindringen in das Computernetzwerk der New York Times und anderer Medien legen nahe, dass das gezielte Ausspionieren von US-Medien durch Chinesen inzwischen an der Tagesordnung ist.

Chinesische Hacker haben über Jahre große US-Medienunternehmen mittels Cyberspionage überwacht. Dabei sind sie mehrfach tief in einige der Nachrichtensysteme eingedrungen, so verschiedene Experten, die mit der Abwehr der Cyberattacken betraut sind.

Die US-Bundespolizei FBI untersucht die Vorfälle seit über einem Jahr und stuft die Hackerattacken als Gefährdung der nationalen Sicherheit der USA ein, sagen Eingeweihte.

Paula Keve, Sprecherin vom Verlag Dow Jones, zu dem das Wall Street Journal gehört, äußerte sich in einer schriftlichen Stellungnahme: „Die Indizien zeigen, dass die Infiltration auf die Überwachung der Chinaberichterstattung des Wall Street Journals zielten und nicht darauf aus war, kommerzielle Vorteile zu sichern oder Kundendaten zu missbrauchen." Dow Jones gehört zum Medienkonzern News Corp.

Sprecherin nennt Attacken einen „anhaltenden Vorgang"

Keve nannte das Eindringen in die Computernetzwerke einen „anhaltenden Vorgang". „Wir arbeiten weiterhin eng mit den Behörden und externen Sicherheitsspezialisten zusammen und unternehmen umfangreiche Maßnahmen, um unsere Kunden, Mitarbeiter, Journalisten und Quellen zu schützen." Der Stellungnahme zufolge hat das Wall Street Journal am Donnerstag die Generalüberholung des eigenen Computernetzwerks beendet, um die Sicherheit zu verbessern.

„Wir beabsichtigen den offensiven und unabhängigen Journalismus, für den wir bekannt sind, in jedem Fall fortzusetzen", fügte Keve hinzu.

Nach Angaben von Personen, die mit den Vorfällen beim Wall Street Journal vertraut sind, gelang es den Hackern unter anderem über das Pekinger Büro der Wirtschaftszeitung in die Computersysteme einzudringen. Aus der Stellungnahme geht nicht hervor, wie die Hackerattacken genau abliefen. Die Zeitung war in den vergangenen Jahren immer mal wieder das Ziel von Hacker-Attacken aus China.

Auch Google und RSA berichteten von Attacken

Auch Google und die IT-Sicherheitsfirma RSA sowie andere Unternehmen hatten zuvor bereits eingeräumt, dass es Einbrüche in ihre Computersysteme gab. Laut Personen, die mit den Hintergründen der Attacken vertraut sind, lassen sich die Einbrüche auf die chinesische Regierung zurückführen.

Am Donnerstag veröffentlichte die New York Times einen ausführlichen Bericht in dem sie im Detail darlegt, wie Hacker in ihre Systeme eingedrungen sind und die Passwörter von Reportern und anderen Mitarbeitern ausgelesen haben. Die US-Zeitung glaubt, dass sie die Hacker aus ihrem System ausschließen konnte.

New-York-Times-Sprecherin Eileen Murphy sagte: „Wir bleiben bei unserer Geschichte und erklären, warum wir glauben, dass die Angriffe aus China kamen."

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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