• The Wall Street Journal

Siemens-Manager für Bahngeschäft muss gehen

Der Technologiekonzern Siemens wechselt nach erheblichen Problemen bei der Auslieferung des Hochgeschwindigkeitszugs ICE den Chef der Sparte aus. Ansgar Brockmeyer muss seinen Posten räumen. Das sagte ein Siemens-Sprecher und bestätigte einen Bericht des Handelsblatts. Sein Nachfolger soll der bisherige Strategiechef im Sektor Infrastruktur und Städte, Jürgen Wilder, werden. Wilder war früher schon in den USA für die Bahnsparte tätig.

Die Entwicklung der neuesten ICE-Generation für die Deutsche Bahn macht dem Münchener Technologiekonzern massiv zu schaffen. Im vierten Quartal kostete die verspätete Auslieferung den Dax-Konzern einen dreistelligen Millionenbetrag. Dazu kommt die Peinlichkeit, dass Siemens-Boss Peter Löscher sein persönlich gegebenes Wort, das Projekt endlich zu einem Abschluss zu bringen, nicht halten konnte.

Die Personalie kommt trotz der Probleme in der Sparte etwas überraschend: Eigentlich sollte Brockmeyer an dem am Donnerstag in Berlin stattfindenden Spitzengespräch im Bundesverkehrsministerium teilnehmen, bei dem es um Probleme bei der Zulassung von Zügen in Deutschland allgemein geht. Das Siemens-Debakel ist dabei nur ein Thema. Nun ist Brockmeyer nicht mehr dabei, wie der Siemens-Sprecher sagte. Für Siemens geht nur Jochen Eickholt, Chef der Division Railsystems, in die Gespräche.

Das Treffen in Berlin ist hochrangig besetzt: Neben Bahn-Chef Rüdiger Grube sollen auch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der Chef des Eisenbahnbundesamtes, Gerald Hörster, und Spitzenrepräsentanten der Bahnindustrie teilnehmen. Der geschasste Brockmeyer ist auch Vize-Präsident des Verbands der Bahnindustrie.

Auf die Frage, ob das Köpferollen - wie allgemein vermutet - eine Reaktion auf die immer neuen Verzögerungen bei der Auslieferung der neuen ICE-Züge für die Deutsche Bahn sind, sagte der Sprecher: "Bei Siemens sind Personalentscheidungen grundsätzlich nicht abhängig von Einzelprojekten." Brockmeyer soll im Unternehmen bleiben, wird künftig aber für andere Aufgaben zuständig sein. Welche das sein werden, konnte der Sprecher noch nicht sagen.

Kontakt zum Autor: ursula.quass@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Tausende Türken im regungslosen Protest

    Erdem Gündüz ist zur neuen Symbolfigur der türkischen Proteste geworden. Acht Stunden lang stand er auf dem Taksim-Platz in Istanbul – und rührte sich nicht. Im ganzen Land machen es ihm Menschen gleich.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 18. Juni

    Beim berühmten Pferderennen im britischen Ascot trinkt man trotz äußerer Eleganz den Sekt gern aus der Flasche, in Indien huldigen Hindus dem heiligen Fluss Ganges und in Madrid rücken die Abrissbagger in ein Elendsviertel ein. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Obama in Europa: Tanzen mit Angie, Boxen mit Wowi

    US-Präsident Barack Obama kommt viel herum - nicht nur, aber öfter in Deutschland, auch in Frankreich, Tschechien oder Großbritannien jubelt ihm die Menge zu. Wir zeigen schöne, nachdenkliche und sportliche Momente mit Obama in Europa.

  • [image]

    Spektakuläre Formen - Autos wie Skulpturen

    "Sinnlicher Stahl: Autos des Art Deco", unter diesem Titel zeigt das Frist Center for Visual Arts in Nashville, Tennessee, 19 Autos und zwei Motorräder. Die Ausstellung ist gewissermaßen eine Hommage an das im Art Déco gehaltene Gebäude: Sie zeigt Fahrzeuge in sinnlicher Strenge.

  • [image]

    Vom Holzmotorrad zum Schuhauto - die kuriosesten Fahrzeuge

    Mit Kristallen besetzte Autos oder ein Motorrad aus recycelten Fahrradteilen: Wer mit diesen Fahrzeugen unterwegs ist, zieht mit Sicherheit die Blicke auf sich. Wir zeigen, wie Menschen auf der ganzen Welt ihre fahrbaren Untersätze verschönern.

  • [image]

    Hochhauspreise schießen in den Himmel

    Investoren haben zuletzt zunehmend sehr große Summen für Hochhäuser in New Yorks Stadtteil Manhatten bezahlt. Einige der Gebäude in unserer Bildergalerie.

  • [image]

    Was 3D-Drucker können

    Immer mehr Unternehmen setzen 3D-Drucker im alltäglichen Geschäft ein. Ford nutzt sie bisher nur zur Herstellung von Prototypen. Der Autohersteller träumt aber von einer Zukunft, in der Kunden ihre eigenen Ersatzteile drucken können.

  • [image]

    Steiniges Heim in Kalifornien

    Sonne, Strand, spanisch-mexikanische Straßenzüge und entspannte Menschen: Santa Barbara an der Westküste der USA lockt Hollywood-Stars und Musiker an, die keine Lust auf Trubel haben. Unser Haus der Woche in den Hügeln über der Stadt bietet Ruhe - und atemberaubende Ausblicke.

Erwähnte Unternehmen