Von STEPHAN DÖRNER
Zwei neue Blackberry-Smartphones mit einem komplett neuen Betriebssystem hat der kanadische Hersteller Research In Motion am Mittwoch vorgestellt, das Z10 und das Q10. Das Z10 folgt dem erfolgreichen iPhone-Vorbild und besitzt einen 4,2 Zoll großen Touchscreen, das Q10 setzt wie die klassischen Blackberrys auf eine Hardware-Tastatur. „Wir wissen, dass es da draußen eine Menge Tastatur-Liebhaber gibt", sagte Vorstandschef Thorsten Heins bei der Präsentation in New York.
Das Z10 wird zuerst auf dem Markt erscheinen. Ohne Vertrag soll es in den USA 599 US-Dollar kosten. Die Auflösung des Bildschirm beträgt 1280 x 768 Pixel und damit eine ähnliche Auslösung wie Apples iPhone. Der Doppelkern-Prozessor ist mit 1,5 Gigahertz getaktet. Außerdem ist das Gerät mit einer 8-Megapixel-Kamera ausgestattet und einer Webcam auf der Vorderseite für Videotelefonie. Das Z10 beherrscht außerdem dem schnellen Funkstandard LTE für zahlreiche Mobilfunknetze auf der Welt und ist mit HDMI-Ausgang für Beamer, Fernseher und Computermonitore ausgestattet. Auch ein NFC-Funkchip ist vorhanden.
Das Modell mit Hardware-Tastatur, Q10, besitzt dasselbe Innenleben, ist aber mit einem kleineren 3,1 Zoll großen Bildschirm ausgestattet und soll ab April verfügbar sein.
Außerdem kündigte Heins an, dass sich der kanadische Hersteller künftig nach dem deutlich bekannteren Markennamen des Produkts nennen will – Research in Motion wird künftig auch als Unternehmen unter den Namen Blackberry firmieren.
Der Blackberry Z10 in einer 360-Grad-Ansicht
Vieles über das neue Betriebssystem Blackberry 10 war schon bekannt. Der Browser der neuen Geräte sei „unglaublich schnell", sagte Heins über das neue System. Das Unternehmen werde sich auf Inhalte, Apps und IT-Sicherheit konzentrieren. Außerdem wurde ein neuer Blackberry-Messenger vorgestellt, mit denen die Kunden nun auch Videotelefonate durchführen konnten – eine Funktion, die der Konkurrent Apple mit der App Facetime etabliert hatte. Die bisher bereits ausgelieferten Playbook-Tablets sollen ein Update auf Blackberry 10 erhalten.
Die Geschichte von RIM
Die Präsentation des neuen Betriebssystems musste um mehr als ein Jahr verschoben werden. Vieles über das neue Betriebssystem Blackberry 10 war in dieser Zeit bekannt geworden, und viel Neues gab es auch bei der Präsentation nicht: Der Browser der neuen Geräte sei „unglaublich schnell", sagte Heins über das neue System. Das Unternehmen werde sich auf Inhalte, Apps und IT-Sicherheit konzentrieren. Außerdem wurde ein neuer Blackberry-Messenger vorgestellt, mit denen die Kunden nun auch Videotelefonate durchführen konnten – eine Funktion, die der Konkurrent Apple mit der App Facetime etabliert hatte.
RIM konnte weltweit mehr als 650 Mobilfunkprovider überzeugen, das Gerät anzubieten – darunter auch alle vier großen in den USA. Verizon bestätigte am Mittwoch, dass es das Z10 für 199 Dollar bei einem Zwei-Jahres-Vertrag in den USA anbieten wird, nannte aber kein Startdatum. Entscheidend für die Kanadier wird jedoch sein, ob Blackberry auch Entwickler überzeugen kann, für die völlig neue Plattform zu entwickeln. Heins konnte zum Start der neuen Smartphone-Plattform keine neuen Apps von Dritten präsentieren.
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Schon zuvor bekannt war aber, dass Blackberry unter anderem die Spieleschmiede Rovio davon überzeugt, das populäre Spiel „Angry Brids Star Wars" für die Plattform anzubieten. Ebenfalls verfügbar sind zum Start unter anderem Facebook, Twitter, The Wall Street Journal, New York Times und die App der größten Baseball-Liga in den USA. Allerdings fehlen auch eine ganze Reihe populärer Apps wie Instagram, Pandora, Spotify, Google Maps, Netflix und viele andere.
Statt spektakulärer Neuerungen hatte Heins auch zum Start der neuen Blackberrys wieder schlechte Nachrichten im Gepäck: „In den USA tippe ich darauf, dass das Gerät Mitte März im Regel steht", sagte Heins im Interview mit dem Wall Street Journal über den Erscheinungstermin des Touchscreen-Smartphones Z10. Nur in Kanada und Großbritannien sind die Geräte sofort zu haben. Für Deutschland gibt es noch keinen offiziellen Starttermin.
RIM stellt zwei neue Blackberrys vor
An der Börse kam die Präsentation insgesamt nicht gut an: Nachdem der Börsenkurs zu Beginn der Vorstellung nach oben geschnellt war, rutschte die RIM-Aktie anschließend drastisch ab und verlor in New York zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent.
Seit der Blackberry-Hersteller zuletzt im August 2011 ein neues Smartphone vorgestellt hat, ist der Marktanteil eingebrochen. Apple und Android standen nach Erhebungen der Marktforscher von IDC im vergangenen Jahr für rund 87,1 Prozent aller weltweit ausgelieferten Smartphones. Der Marktanteil von RIM fiel von 10,3 Prozent im Jahr 2011 auf 4,7 Prozent 2012.
Kontakt zum Autor: stephan.doerner@wsj.com





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