• The Wall Street Journal

Welche Vorbilder Blackberry Mut machen

Große Umbrüche in der Vergangenheit konnten für Technologie-Unternehmen durchaus vorteilhaft sein. Zum Beispiel Apple: Zwei mal gab es bei Apple einen Wechsel der Prozessorplattform, erst von 68000 zu Power-PC, dann weiter zu Intel. Beim Betriebssystem gab es einen Wechsel von Mac OS zu OS X und man könnte argumentieren, dass sich Apple auf halben Weg zum Wechsel auf iOS befindet, wenn man davon ausgeht, dass das iPad wirklich die Zukunft des PCs ist.

Microsofts Umbrüche waren subtiler. Allerdings gab es beispielsweise den Wechsel von Windows Mobile zu Windows Phone 7 sowie den jüngsten Schritt mit Windows 8 AMR-Prozessoren, die eine neue Art von Anwendungen unterstützen.

Der Blackberry, ein Auslaufmodell?

Research in Motion

Auf einen erfolgreichen Umbruch hofft auch der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion mit seinem neuen System Blackberry 10. Dieses unterscheidet sich vom Vorgänger komplett.

Allerdings gewinnen neuen Architekturen nicht immer. IBMs OS/2 und Palms WebOS sind Beispiele für Betriebssysteme mit damals vorbildlicher Technik, die sich nicht durchsetzen konnten.

In jedem Fall ist es einfacher, einen großen Umbruch voranzutreiben, wenn sich das Unternehmen an der Spitze befindet – oder zumindest nicht ums Überleben kämpfen muss. Diesen Luxus hat RIM, das künftig unter dem Namen Blackberry firmieren wird, derzeit nicht.

Der neue Blackberry kommt mit mehr als einem Jahr Verzögerung und damit sicher keine Minute zu früh für den Handyhersteller, dessen Marktanteil bei Smartphones von 16 Prozent im Jahre 2010 auf weniger als 5 Prozent im vergangenen Jahr gefallen ist.

Kernkomptenzen des Blackberry bleiben unerreicht

Die gute Nachricht für RIM lautet allerdings, dass der Rest der Smartphone-Industrie zwar große Fortschritte gemacht hat. Aber kein einziges Unternehmen hat es wirklich geschafft, die Kernkompetenzen des Blackberry – Sicherheit und Geräteverwaltung in Unternehmen – zu kopieren.

Die meisten Smartphone-Nutzer haben die exzellente Tastatur und die überzeugende E-Mail-Fähigkeiten des Blackberry gegen jetzt angesagte Apps und schnelles Webbrowsen eingetauscht. Unternehmen haben das Spiel mitgespielt und den Mitarbeitern erlaubt, eigene Geräte zur Arbeit mitzubringen – aus Bequemlichkeit und um Kosten einzusparen.

Die Geschichte von RIM

Blackberry bringt allerdings einige gute Voraussetzungen mit, um erfolgreich zu sein. So sagen zum Beispiel alle vier großen Mobilfunkprovider in den USA (und eine ganze Menge der großen weltweit), dass sie die neuen Blackberrys ins Angebot nehmen wollen. Ihre Unterstützung ist entscheidend. Offen ist allerdings noch, wie gut sich die Geräte im direkten Vergleich mit Android, iPhone oder sogar Windows-Smartphones verkaufen werden.

Ebenfalls wichtig wird die Unterstützung der Entwickler für das System sein. RIM hat einige Apps mit großen Namen angekündigt, die bereit zum Start verfügbar sein sollen - darunter Facebook, Linkedin und Apps für die großen Sportligen der USA. Doch die Liste der unverzichtbaren Apps ist länger geworden und enthält inzwischen unter anderem Twitter, Spotify, Netflix und Spiele wie Angry Birds.

Zwar nutzen viele Anwender nur eine Handvoll Apps – doch aus was sich diese Handvoll zusammensetzt, unterscheidet sich von Person zu Person und enthält häufig spezielle Programme, die zum Beispiel mit der Arbeit, den Hobbys oder den Communitys zu tun haben, in denen sich der Smartphone-Nutzer bewegt.

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