• The Wall Street Journal

Der schwierige Börsengang des Empire State Buildings

Ein New Yorker Richter hat dem geplanten Börsengang des Empire State Buildings einen neuen Schub gegeben - er winkte eine gerichtliche Einigung zwischen den Anteilseignern des Gebäudes durch.

Die Familie Malkin besitzt die meisten Anteile am Gebäude. Die Immobiliendynastie will den einst höchsten Wolkenkratzer der Welt im Zentrum New Yorks zusammen mit 18 weiteren Gebäuden als Juwel in eine neue Immobilienfirma namens Empire State Realty Trust einbringen. Diese soll beim Börsengang bis zu eine Milliarde Dollar erlösen.

dapd

Die Skyline von New York mit dem Empire State Building.

Doch eine Gruppe von zwei Dutzend Investoren stellt sich quer. Sie sind der Ansicht, dass sie bei dem Börsengang zu kurz kämen. Die Malkins brauchen die Zustimmung von 80 Prozent der Anteilseigner und hoffen diese bis März zu erlangen.

Die Entscheidung des New Yorker Gerichts am Donnerstag drehte sich um eine Einigung, die bereits Ende vergangenen Jahres zwischen den Malkins und den aufsässigen Investoren erzielt wurde. Der Kompromiss sieht eine Entschädigung von 55 Millionen US-Dollar für die Besitzer des Empire State Buildings und der anderen Immobilien vor.

Doch eine andere Investorengruppe macht Front gegen die Einigung. Sie haben den Richter Peter Sherwood des New Yorker Landgerichts gebeten, die Einigung abzulehnen. Ihre Einwände: Zum einen sei die Entschädigung zu gering – die Gruppe wollte ursprünglich 800 Millionen US-Dollar haben. Zum anderen halten sie es für ungerecht, dass das Geld an die Besitzer aller Gebäude geht –ihrer Meinung nach sollte es nur den Investoren des Empire State Buildings zugute kommen.

Wahrzeichen, Sehnsuchtsort, Investment - das Empire State Building

Associated Press

Richter Sherwood folgte jedoch nicht dem Antrag der Gruppe, die Einigung abzulehnen. Diese habe die Möglichkeit gehabt, bei der Sammelklage mitzumachen, diese Chance aber nicht genutzt. Für den 2. Mai hat der Richter eine öffentliche Anhörung angesetzt. Dann will er entscheiden, ob er die Einigung endgültig genehmigt.

Ohne die Einigung dürfte es keinen Börsengang geben. Darum freut sich die Malkin-Familie, dass es vorwärts geht. Die Malkins seien „sehr zufrieden" mit der Entscheidung des Gerichts, der Einigung vorläufig zuzustimmen, sagte eine Sprecherin. Jetzt wolle die Familie die Abstimmung der Aktionäre über den Börsengang vorantreiben. Der sei „im Interesse aller Anleger", so die Sprecherin.

Doch der Richter wies auch auf eine andere Möglichkeit für Anteilseigner hin, den Börsengang zu hintertreiben: Der Plan für das IPO enthält eine Übernahmeklausel. Die besagt: Wenn die nötigen 80 Prozent der Anteilseigner für den Börsengang stimmen, dann können diejenigen, die dagegen waren, ihre Stimme innerhalb von zehn Tagen noch umändern. Tun sie das nicht, müssen sie den Malkins ihre Anteile für rund 100 Dollar pro Stück andienen.

Stephen Meister ist der Anwalt der Investorengruppe, die mit dem Antrag, die Einigung zu blockieren, zunächst abgeblitzt sind. Er sagt, dass diese Übernahmeklausel gegen das Gesetz verstoße. Er hat jetzt 20 Tage Zeit, um in einer Kurzdarstellung seinen Standpunkt zu vertreten. Die Malkins haben wiederum 20 Tage, um zu antworten. Sollte das Gericht entscheiden, dass die Klausel nicht rechtens ist, könnte das auch die jetzt erzielte Einigung aufheben, glaubt Meister. Dann würde alles von vorne anfangen.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 22. Mai

    In Serbien steht ein Haus mitten in einem Fluss, im Senegal hangelt sich ein Mann am Bungeeseil in einen tiefen Brunnenschacht und in den USA hebt ein Schweizer mit einem Solarflugzeug ab. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 21. Mai

    In Sri Lanka fertigt ein Schneider eine kunterbunte Buddha-Fahne, in China hat sich wieder ein riesiger Straßenkrater aufgetan und beim Radrennen Giro d'Italia kämpften sich die Teilnehmer durch die Alpen. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.