• The Wall Street Journal

Rosa Klötzchen machen Lego weltweit zur Nummer zwei

Den Spielzeugkonzern Lego lässt die Malaise auf dem Spielzeugmarkt kalt. Der dänische Klötzchenhersteller hat seinen Triumphzug auch 2012 fortgesetzt. Unter den größten Spielzeugproduzenten der Welt haben die Dänen mittlerweile den zweiten Platz hinter Mattel erobert.

Associated Press

Abenteuer in Knallrosa: Die Reihe Lego Friends kommt bei Mädchen gut an.

Insbesondere die neue Linie Lego Friends verkaufte sich besser als erwartet. Die Reihe war nach Umsatz die viertstärkste des Lego-Konzerns, der damit seine Verkäufe von Mädchen-Spielzeug verdreifachen konnte. Die in lila und pink gehaltene Serie besteht aus Mädchenfiguren, mit denen Abenteuer auf dem Pferdehof oder im Schwimmbad erlebt werden können.

Gut liefen im vergangenen Jahr auch die Linien Lego City mit Feuerwehrautos und Polizeihubschraubern sowie Lego Star Wars, mit dem nicht nur Kinder Sternenzerstörer und Todessterne bauen und die Abenteuer von Han Solo und Luke Skywalker nachspielen können.

Lego hat seinen Umsatz seit 2007 mehr als verdoppelt und den US-Wettbewerber Hasbro damit knapp hinter sich gelassen. Der Gewinn der Dänen kletterte 2012 um 35 Prozent auf 5,6 Milliarden dänische Kronen, umgerechnet etwa 750 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um ein Viertel auf 23,4 Milliarden Kronen. Vor Lego liegt mit deutlichem Abstand nur noch der Barbie-Hersteller Mattel.

Das Wachstum soll sich 2013 fortsetzen, allerdings angesichts des wirtschaftlichen Gegenwinds wohl nicht mehr in dem Tempo wie zuvor. Aber Konzernchef Jorgen Vig Knudstorp übt beim Ausblick traditionell Zurückhaltung, um dann die Erwartungen zu übertreffen.

Knudstorp war es, der Lego wieder auf Kurs gebracht hat, nachdem das Familienunternehmen vor neun Jahren am Boden lag und kurz davor war, seine Eigenständigkeit zu verlieren. Unter seine Ägide wurden die Produktlinien neu ausgerichtet und verkaufen sich seither ausgezeichnet, so dass selbst die Finanzkrise Lego nichts anhaben konnte.

Das Konzept der bunten Plastikklötzchen, die sich problemlos ineinanderstecken lassen, stammt aus dem Jahr 1947. In den vergangenen Jahren hat Lego mit seiner Kombination aus Nostalgie- und Hollywood-Linien die USA erobert, die mittlerweile der größte Markt für die Dänen sind. 2012 stieg der Absatz dort um mehr als ein Viertel.

Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, da der globale Spielzeugmarkt derzeit stagniert. In den USA war der Markt sogar leicht rückläufig. Der klassischen Spielzeugindustrie macht vor allem der Wettbewerb durch die Unterhaltungselektronik zu schaffen. In schwierigen Zeiten halten die Kunden zudem ihr Geld zusammen.

Der Markt für Aufbau-Spielzeug wie das von Lego scheint aber immun zu sein. Der Sektor wuchs im vergangenen Jahr laut Marktforscher NDP um 20 Prozent und wird auch 2013 weiter zulegen. Lego hat in diesem Segment einen US-Marktanteil von 85 Prozent. Allerdings fangen immer mehr Wettbewerber an, Lego-ähnliche Spielsachen zu produzieren.

In früheren Jahren hat Lego üblicherweise versucht, Imitatoren mit Klagen in die Schranken zu weisen, was aber meist nicht von Erfolg gekrönt war. 2010 hat der Europäische Gerichtshof eine Entscheidung von 2008 bestätigt, wonach das ursprüngliche 8-Noppen-System der Lego-Klötzchen nicht als Schutzmarke eingetragen werden kann.

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