• The Wall Street Journal

Boeing legt in Kürze Plan für Dreamliner vor

Obwohl die Ursache für das Brandrisiko der Batterien beim Boeing Dreamliner noch nicht gefunden ist, will der Konzern sein Hightechflugzeug bald wieder in die Luft bekommen. Am Freitag wolle der Flugzeugbauer bei der US-Flugsicherheitsbehörde einen formellen Plan einreichen, wie er die Probleme mit den verbauten Lithium-Ionen-Batterien zumindest in den Griff bekommen will, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Weil die Batterien in zwei Dreamlinern Feuer gefangen hatten, muss die gesamte Flotte auf Geheiß der Behörden derzeit am Boden bleiben.

Topmanager von Boeing werden mit Vertretern der US-Flugaufsichtsbehörde FAA in Washington zusammenkommen, um einen vorläufigen Zehn-Punkte-Plan zu besprechen, sagten die Informanten. Darin nenne Boeing sowohl provisorische als auch langfristig angelegte Maßnahmen für die Batterien. Unter anderem gehe es um die Installation einer feuerfesten Ummantelung für die Flugzeugbatterien.

Associated Press

Geparkte Boeing Dreamliner auf einem Flugfeld in Paine Field in den USA. Boeing strebt eine Übergangslösung für die Probleme mit der Dreamliner-Batterie an, um die Maschinen schnell wieder in die Luft zu bekommen.

Bislang haben es Flugzeugexperten in den USA und Japan auch nach wochenlangen Bemühungen nicht vermocht, den Ursachen für die Batterieprobleme der 787 Dreamliner auf die Spur zu kommen. In der Zwischenzeit hat Boeing verschiedene Anpassungen vorgeschlagen und auch Testflüge unternommen, mit deren Hilfe die FAA überzeugt werden soll, dem Neustart für den Dreamliner wieder grünes Licht zu geben.

So ist das Treffen am Freitag ein wichtiger Termin für das Flugzeug. Beide Seiten stehen unter Druck, einen tragfähigen Kompromiss zu finden.

Für Boeing steht eine Menge Geld und die Reputation bei den Kunden auf dem Spiel, die den Dreamliner mit großen Erwartungen gekauft haben. Bei der FAA sei man zunehmend skeptisch, dass die genaue Ursache für die Probleme in nächster Zeit gefunden werden kann.

Die Gespräche über Boeings Vorschläge, darunter auch Maßnahmen wie neue Cockpit-Checklisten und ein komplettes Neudesign der Batterien, dürften sich einige Zeit hinziehen, sagen Industrie- und Regierungsvertreter. Die FAA werde die Vorschläge nämlich genau unter die Lupe nehmen wollen.

Verkompliziert wird die Sache dadurch, dass Behördenvertreter vollmundig versprochen hatten, kein Flugzeug werde Passagiere befördern, bis die Ursache für die Risiken bei der Batterie gefunden und beseitigt sei.

Ein Boeing-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren. Er sagte lediglich: „Wir halten engen Kontakt mit den Regulierungs- und Ermittlungsbehörden, seit die 787-Probleme aufgekommen sind", aber „wir werden die Gespräche nicht kommentieren".

Das Flugverbot für den Dreamliner kostet Boeing nach Angaben der Marktexperten von Imperial Capital LLC jeden Monat 25 Millionen Dollar direkt. Dazu kommt der Aufwand von hunderten Ingenieuren, die von anderen Projekten abgezogen worden sind, um an den Batterien zu arbeiten, sowie möglicherweise Entschädigungszahlungen an die Kunden. Zu den Gesamtkosten will Boeing sich bislang nicht äußern.

—Yoshio Takahashi und Doug Cameron haben zu diesem Bericht beigetragen.

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