• The Wall Street Journal

SAP-Gründer Plattner beteiligt sich an Initiative von Bill Gates

dapd

SAP-Gründer, Milliardär und Mäzen: Hasso Plattner (Mitte) beteiligt sich an der Initiative "The Giving Pledge" von Warren Buffett und Bill Gates. Im Bild stehen die beiden SAP-Vorstandsvorsitzenden Jim Hagemann Snabe (l.) und Bill McDermott (r.) an der Seite ihres Aufsichtsratsvorsitzenden.

SAP-Mitgründer und Milliardär Hasso Plattner tritt der Spendenvereinigung "The Giving Pledge" bei - zumindest indirekt. "Ich freue mich, Mitglied der Giving-Pledge-Stiftung zu sein", ließ Plattner am Mittwoch über die Pressestelle des Walldorfer Softwarekonzerns mitteilen. Er kündigte demnach an, im Rahmen seiner Mitgliedschaft das gesamte Kapital seiner Förderstiftung im Sinne des weltweiten Anspruchs der Organisation einzusetzen.

In einem von "The Giving Pledge" veröffentlichten Brief begründete der 69-Jährige seinen Schritt damit, dass er der Gesellschaft etwas zurückgeben möchte. Er habe eine beinahe kostenlose Ausbildung genossen, "ohne Frage wurde das die Grundlage meines persönlichen Erfolgs", heißt es in dem Schreiben. Er habe das Privileg gehabt, an einer der besten technischen Hochschulen zu studieren, der Universität Karlsruhe.

Reuters

Der Microsoft-Gründer Bill Gates ist einer der Initiatoren des Spenderclubs "The Giving Pledge".

Laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes summiert sich Plattners Vermögen auf rund 7,2 Milliarden US-Dollar. Damit ist er einer der reichsten Deutschen. Plattner verdankt seine Milliarden dem Erfolg des Softwarekonzerns SAP, den er einst mitbegründet hat und wo er derzeit den Aufsichtsratsvorsitz innehat.

Plattner war schon in der Vergangenheit als Mäzen aufgetreten. Dabei hatte er sich insbesondere der Wissenschaftsförderung gewidmet. So unterstützt er jedes Jahr mit Millionenbeträgen das von ihm gegründete Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Dessen Ziel ist die Förderung des Nachwuchses in der Informationstechnologie.

Für Microsoft -Gründer Gates ist der Beitritt von Plattner und weiteren internationalen Unternehmern zu dem Spenderclub ein großer Erfolg. Der Amerikaner hatte schon vor Jahren unter deutschen Milliardären für "The Giving Pledge" geworben. Er stieß dabei bislang aber auf wenig Gegenliebe. Den zurückhaltenden Deutschen war die Herangehensweise der Stiftung zu reißerisch. Deutsche Stifter gibt es zwar, diese handeln aber oft fernab der Öffentlichkeit. Auch zahlen deutsche Megareiche deutlich höhere Steuern als Milliardäre auf der anderen Seite des Atlantiks, wo Spenden zum guten Ton im Kreis der Reichen gehören.

Verwirrung um Mitgliedschaft

Am Nachmittag war darum auch Verwirrung um Plattners Engagement ausgebrochen: Zwei Zeitungen zitierten den Milliardär mit der Aussage, er sei nicht Mitglied der von Investoren-Legende Warren Buffett und Microsoft-Gründer Bill Gates ins Leben gerufenen Organisation. "Ich fühle mich von Bill Gates hintergangen und ausgenutzt", sagte Plattner demnach laut "Tagesspiegel". Die "Bild"-Zeitung zitierte ihn mit den Worten: "Seit Jahren versucht Gates, mich zum Beitritt zu seiner Initiative zu bewegen. Aber ich lasse mich von Gates nicht unter Druck setzen."

Grund für die Verwirrung sind offenbar die Regeln "The Giving Pledge": Superreiche verpflichten sich hier, mehr als die Hälfte ihres Vermögens für den guten Zweck oder an wohltätige Organisationen zu geben. Plattner - dessen Vermögen auf etwa 5,4 Milliarden Euro geschätzt wird - will aber nach eigener Aussage seine Stiftungen im Sinne der Spendenvereinigung einsetzen. Ein SAP-Sprecher versicherte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd jedenfalls, dass die durch den Konzern verbreiteten Aussagen Plattners mit ihm abgestimmt seien und weiterhin Bestand hätten.

Mehr als 100 Superreiche sind Mitglied

Die Initiative "Das Spendenversprechen" wendet sich weltweit an Milliardäre. Sie kommt inzwischen auf mehr als 100 Superreiche. Die Aufnahme hängt dabei lediglich von einem Kriterium ab: Das Neumitglied muss auf die Hälfte des eigenen Geldes verzichten. Dabei stellt der Klub keine festen Regeln auf. Die Milliardäre legen selbst fest, wofür die gespendeten Gelder ausgegeben werden. Nur so viel ist klar: Das Geld darf nicht auf verschlungenen Pfaden wieder an die Spender zurückfließen.

Gates und Buffett sind seit Jahren zwei der reichsten Männer der Welt. Sie hatten vor drei Jahren mit "The Giving Pledge" einen Verein der Philanthropen ins Leben gerufen, der auch andere Milliardäre zum Vermögensverzicht animieren sollte. Dabei basiert die Initiative nicht auf festen Verträgen. "Es ist kein juristischer Vertrag, es ist ein moralischen Versprechen", hatte Buffett gesagt. Auch Facebook -Gründer Mark Zuckerberg und der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg zählen zu diesem "Who is Who" der Megareichen.

Milliardenversprechen soll auch außerhalb der USA Schule machen

"The Giving Pledge" hofft nun, dass Plattners Beispiel in- und außerhalb Deutschlands Schule macht. Erstmals beteiligen sich jetzt auch Superreiche außerhalb der USA an der Initiative. Bisher kam der Klub auf 93 Mitglieder - ausschließlich aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Jetzt stießen zusammen mit Plattner 12 Supervermögende aus acht Ländern dazu, darunter Australien, Indien, Großbritannien und Russland. Ein prominenter Vertreter ist Virgin-Gründer Richard Branson. Zusammen kommen alle 105 Großverdiener auf ein Nettovermögen von 500 Milliarden Dollar.

[image] Reuters

Interros-Chef Wladimir Potanin ist der erste russische Milliardär, der dem Spenderclub beigetreten ist.

Das erste Mitglied aus Russland ist der Oligarch Wladimir Potanin. Der viertreichste Russe will mit seinem Vermögensverzicht ein Beispiel setzen und andere Superreiche des Landes zum Mitmachen bewegen. Russland hat 96 Milliardäre, mehr Superreiche gibt es nur in fünf anderen Ländern. Trotzdem sind großzügige Spender eher die Ausnahme denn die Regel. Einer der Gründe: Im Gegensatz zum Westen lassen sich Ausgaben für gemeinnützige Zwecke in Russland nicht von der Steuer absetzen.

Der 52-jährige Potanin hat ein Vermögen von rund 14,5 Milliarden Dollar angehäuft. Der Großteil davon stammt aus den frühen Tagen der russischen Privatisierung, als ehemaliger Staatsbesitz aus Zeiten der Sowjetunion in umstrittenen Auktionen unter den Hammer kam. Seinem Holdingunternehmen Interros gehört eine große Beteiligung am weltgrößten Nickel- und Palladiumproduzenten Norilsk Nickel .

Aus Großbritannien stößt der Unternehmer Richard Branson zu dem Spenderclub. Bekannt sind seine Unternehmen unter dem Markennamen Virgin. Unter diesem Namen gründete der Manager beispielsweise eine Fluggesellschaft und ein Plattenlabel. Über seine Stiftung, die Healthcare Foundation, unterstützt Branson den Kampf gegen Aids oder gegen das Rauchen.

—Mit Material von dapd

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