• The Wall Street Journal

Kabel Deutschland investiert in Netzausbau

Der selbst als möglicher Übernahmekandidat gehandelte größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland will nach dem gescheiterten Kauf des kleineren Wettbewerbers Tele Columbus mehr ins eigene Netz investieren und eine höhere Dividende zahlen.

Zu den seit Tagen kursierenden Spekulationen über ein mögliches Interesse des britischen Mobilfunkgiganten Vodafone an Kabel Deutschland schwieg Finanzvorstand Andreas Siemen. Auf die Frage, ob es Gespräche zwischen den beiden Unternehmen gebe, sagte Siemen lediglich, dass er "zu Marktgerüchten keine Stellung nimmt."

Ausführlich erklärte Siemen dagegen, warum Kabel Deutschland in den kommenden zwei Geschäftsjahren zusätzliche 300 Millionen Euro in den Netzausbau stecken will: Nach der an den hohen Auflagen des Bundeskartellamts gescheiterten Tele-Columbus-Übernahme habe Kabel Deutschland nicht nur Geld zur Verfügung, sondern auch Techniker frei, die sich nun nicht mit der Integration der beiden Unternehmen beschäftigen müssten. Schneller soll das Kabelnetz werden und auch der beschleunigte Aufbau von WLan-Netzen steht oben auf der Agenda.

Möglicherweise will Siemen die Braut aber auch aufhübschen. Eine Migration von Vodafone-Kunden auf das Netz von Kabel Deutschland erfordere schnellere und höhere Investitionen, stellt Bernstein-Analystin Robin Bienenstock dar.

Kabel Deutschland will für das Geschäftsjahr 2012/13, das im März endet, eine Dividende von 2,50 Euro zahlen, ein Euro mehr als noch im Vorjahr. Anleger profitieren doppelt: Auch der Kurs ist in den vergangenen drei Jahren kräftig gestiegen: Von 22,50 Euro beim Börsengang auf 68,80 Euro am Mittwoch - im Vergleich zum Schlusskurs von Dienstag ein Plus von 2,1 Prozent.

Die Kursentwicklung spiegelt das Wachstum des Kabelnetzbetreibers wider: Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres, also von Oktober bis Dezember, um 8,8 Prozent auf 464,8 Millionen Euro, befeuert durch mehr Kunden für Breitband-Internet.

Unter dem Strich bleiben dem MDax-Unternehmen 72,7 Millionen Euro - ein Plus von rund 33 Prozent, und Spiegelbild der besseren operativen Entwicklung, aber auch eines Steuergewinns.

Im gesamten Geschäftsjahr peilt Kabel Deutschland ein Umsatzplus von 7,5 bis 8,5 Prozent an. Beim Ebitda gibt der Kabelnetzbetreiber eine Spanne von 855 bis 870 Millionen Euro vor.

Kontakt zum Autor: archibald.preuschat@dowjones.com

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