• The Wall Street Journal

Blackrock-Angebot bewertet Twitter mit 9 Milliarden Dollar

Der Investmentriese Blackrock hat dem Kurznachrichtendienst Twitter den Kauf von Aktien für 80 Millionen US-Dollar angeboten. Die Transaktion würde das Unternehmen mit mehr als 9 Milliarden Dollar bewerten, sagten mit der Sache vertraute Personen.

dapd

Twitter-Chef Dick Costolo.

Einige mit dem Vertrag vertraute Personen sagten, dass Blackrocks Angebot darin bestehe, die Aktien von frühen Angestellten der Firma und möglicherweise anderen zu kaufen. Das Unternehmen selber würde durch den Verkauf der Aktien daher kein Geld einnehmen. Falls der Vertrag wie von Blackrock geplant zustande kommt, würde das die Bewertung der Firma anheben. Zuletzt war Twitter beim Kauf von Aktien durch private Investoren 2011 mit 8,4 Milliarden Dollar bewertet worden.

Einer der Eingeweihten sagte, Blackrock plane die Aktie zu einem Stückpreis von jeweils 17 Dollar zu kaufen. 2011 wurden die Aktien noch zum Stückpreis von 16,09 Dollar erworben. Als erstes berichtete die Financial Times über das Angebot von Blackrock.

Das Angebot wirft ein Schlaglicht auf das Wachstum des Kurznachrichtendienstes und verstärkt den Druck auf das Unternehmen, die Bewertung zu rechtfertigen, bevor Twitter in vermutlich etwa einem Jahr an die Börse geht.

Von null auf 283,3 Millionen Dollar Umsatz

In den vergangenen zwei Jahren ist es Twitter gelungen, von einem im Grunde nicht vorhandenen Geschäftsmodell zu Werbeerlösen von 288,3 Millionen Dollar im Jahre 2012 zu kommen, so eine Schätzung von E-Marketer.

Das Blackrock-Investment wird vermutlich auch die Frage befeuern, inwiefern andere hohe Bewertungen von jungen Unternehmen gerechtfertigt sind. Die Entwicklung der Aktienkurse von Facebook und Zynga, deren Aktien heute 17 beziehungsweise 75 Prozent niedriger als der Ausgabepreis bewertet werden, machen Anlegern Sorgen.

Seit Twitter vor fast sieben Jahren gegründet wurde, hat das Unternehmen mehr als eine Milliarde Dollar von Investoren wie Union Square Ventures, Benchmark Capital, Spark Capital und Charles River Ventures eingesammelt. Twitter-Chef Dick Costola sagte, dass das Unternehmen über reichlich Geld verfüge und kein weiteres Kapital durch den Verkauf von Aktien benötige.

Für Twitter-Chef ist Gewinn nicht das Wichtigste

Kürzlich teilte Costolo Mitarbeitern mit, dass die wachsenden Einnahmen des Unternehmens Twitters „Sauerstoff", seien aber nicht der Grund für die Existenz der Firma. E-Marketer schätzt, dass der Umsatz in diesem Jahr um 89,1 Prozent auf 545,2 Millionen Dollar wachsen wird.

Laut Twitter-Managern ist eines der wichtigsten Ziele des Unternehmens, mehr Nutzer, die den Dienst aus Neugierde ausprobierten, in loyale regelmäßige Nutzer zu verwandeln. Die große Differenz zwischen angemeldeten und aktiven Nutzern gibt Kritikern Rückenwind, die bezweifeln, dass Twitter jemals die Popularität von Facebook erreichen kann, das mehr als eine Milliarde Menschen im Monat aktiv nutzen. Twitter gab kürzlich bekannt, dass der Dienst von mehr als 200 Millionen Menschen im Monat aktiv genutzt wird.

Das Unternehmen hat seinen Werbevertrieb ausgebaut und internationale Büros in Japan, Großbritannien, Brasilien und anderswo eröffnet. Nach Unternehmensangaben hat Twitter mehr als 1.400 Mitarbeiter, vor rund einem Jahr waren es noch mehr als 700.

Mitarbeit: Evelyn M. Rusli

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 22. Mai

    In Serbien steht ein Haus mitten in einem Fluss, im Senegal hangelt sich ein Mann am Bungeeseil in einen tiefen Brunnenschacht und in den USA hebt ein Schweizer mit einem Solarflugzeug ab. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 21. Mai

    In Sri Lanka fertigt ein Schneider eine kunterbunte Buddha-Fahne, in China hat sich wieder ein riesiger Straßenkrater aufgetan und beim Radrennen Giro d'Italia kämpften sich die Teilnehmer durch die Alpen. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.

Erwähnte Unternehmen