• The Wall Street Journal

Starbucks bleibt auf Wachstumskurs

Die amerikanische Kaffeehaus-Kette Starbucks ist im vierten Quartal weiter gewachsen. Dazu trugen neben guten Geschäften im Heimatmarkt auch die wachsende Beliebtheit der Cafés in China bei – einem Markt, in dem andere Lebensmittelkonzerne zuletzt Probleme hatten. Trotz des schwachen Verbrauchervertrauens und einer insgesamt schwachen Weltwirtschaft habe Starbucks den Schwung der vergangenen Quartale auch in den letzten Monaten des Jahres aufrechterhalten können, sagte CEO Howard Schultz.

Nach einigen Dämpfern hatte sich Starbucks darum bemüht, auch kostenbewusste Kunden anzuziehen. Mit dieser Strategie war der Kaffeehaus-Kette die Rückkehr auf den Wachstumspfad gelungen. In den drei Monaten per Ende Dezember legte der Umsatz auf vergleichbarer Fläche – also in jenen Cafés und Läden, die seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind – weltweit um 6 Prozent zu. In den USA lag das Plus bei 7 Prozent, in China und der Region Asien-Pazifik gar bei 11 Prozent.

Reuters

Trotz globales Konjunkturschwäche wird Starbucks weltweit immer beliebter.

Und so soll es weitergehen: Der Kaffeekonzern verfolgt sowohl in der Heimat als auch international einen aggressiven Wachstumsplan. In den kommenden Jahren sollen tausende Starbucks-Läden in Nord-, Mittel- und Südamerika und in China eröffnet werden.

Im Oktober hatten die ersten drei Starbucks-Cafés auch in Indien eröffnet - mit großem Erfolg. Starbucks sei „begeistert" von der bisherigen Geschäftsentwicklung und wolle im kommenden Monat einen weiteren Laden in Delhi eröffnen, so Alstead.

Im Reich der Mitte konnte Starbucks gegen den Trend zulegen, während andere US-Konzerne wie McDonald's und Yum Brands angesichts der sich abkühlenden Wirtschaft mit rückläufigem Kundenverkehr zu kämpfen haben. „Von Quartal zu Quartal vertieft sich die Loyalität zur Marke Starbucks in China", sagte Finanzvorstand Troy Alstead. Starbucks sei aber „nicht immun", räumte Alstead ein. „Wir verstehen, was andere Unternehmen erleben, und wir können das an dem Kundenverhalten in den Starbucks-Café sehen, aber wir reagieren darauf", sagte er.

Keine Hilfe aus Europa

Die Marken McDonald's und Yum hatten auch deshalb einen Dämpfer erlitten, weil in chinesischen Medien Berichte kursierten, dass in Hühnerfleisch der Restaurants hohe Rückstände von Antibiotika gefunden worden seien – ein Problem, das Starbucks naturgemäß nicht hat.

In den USA, immer noch der größte Umsatzbringer für den Konzern, wurden die Umsätze durch saisonale Weihnachtsangebote beflügelt. Auch im Europageschäft macht Starbucks Fortschritte. Zwar gingen die vergleichbaren Umsätze in der Region Europa, Nahe Osten und Afrika um ein Prozent zurück, der operative Gewinn legte aber um 18 Prozent zu.

Von der europäischen Wirtschaft kommt dabei allerdings keine Hilfe. Einige Starbucks-Cafés mussten wegen hoher Mietkosten in preiswertere Räumlichkeiten umziehen, und auch sonst müht sich das Unternehmen Kosten zu senken, um die Profitabilität zu steigern. Zudem will Starbucks dem Geschmack der Europäer künftig mehr Rechnung tragen.

Der Konzerngewinn legte per Ende Dezember um 13 Prozent auf 432,2 Millionen Dollar zu. Der Umsatz wuchs um 11 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Die Zahlen trafen die Erwartungen der Analysten.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 20. Mai

    In China explodiert eine Straßenüberführung, in Indien wütet eine Hitzewelle und in Israel kommt eine Geisel frei. Das und mehr sehen Sie in unseren aktuellen Fotos des Tages.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.

  • [image]

    Die SPD und ihre Gesichter

    In diesem Jahr feiert die SPD ihr 150 jähriges Bestehen. In der Geschichte der Bundesrepublik und des vereinigten Deutschlands hat sie die Politik entscheidend mitgeprägt. Wir zeigen einige der wichtigsten Politiker der altehrwürdigen Partei.

  • [image]

    Argentiniens versunkene Stadt taucht wieder auf

    Eine kleine Stadt in der Nähe von Buenos Aires versank nach einem Dammbruch vor 27 Jahren im Meer. Mehr als ein Vierteljahrhundert später erblickt die argentinische Geisterstadt Epecuén wieder das Licht.

Erwähnte Unternehmen