• The Wall Street Journal

Börsenbetreiber Nyse will Europa-Geschäft behalten

Der New Yorker Börsenbetreiber Nyse will seine Europa-Tochter Euronext nicht an einen Rivalen verkaufen. Das sagte Duncan Niederauer, Chef der Nyse, im Gespräch mit dem Wall Street Journal.

Im Dezember war bekannt geworden, dass die Rohstoff- und Derivatebörse Intercontinental Exchange die Nyse für 8,2 Milliarden US-Dollar übernehmen wird. Die Euronext mit den Börsenplätzen Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon sowie der Derivatebörse Liffe soll im Zuge dessen abgespalten werden, wurde damals erklärt.

Das fachte Gerüchte an, die US-Mutter könnte die europäische Tochter verkaufen wollen. Der Chef von Nyse Euronext, wie der Konzern vor der Abspaltung noch heißt, sagte nun, das sei nicht geplant. Auch wenn die Konkurrenz des Börsenbetreibers an der Europa-Sparte interessiert sind, wie das Wall Street Journal erfuhr. Demnach haben sowohl der US-Börsenbetreiber Nasdaq als auch die London Stock Exchange Anfragen über einen Kauf von Euronext gemacht.

dapd

Das Logo der Nyse Euronext in New York.

Robert Greifeld, Chef des größten Nyse-Konkurrenten Nasdad, habe Kollegen und Firmenfremden erklärt, dass er den Kauf der Euronext prüfen wolle, wenn die Europa-Sparte tatsächlich zum Verkauf stehe, berichten Brancheninsider.

Niederauer sagte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos jedoch, es sei „nicht im Interesse" der Aktionäre, Euronext zu verkaufen – auch wenn Auch wenn die US-Behörden darauf drängen. „Die Regulierer wollen Stabilität", sagt Dominique Cerutti, stellvertretender Chef der Nyse und heißer Kandidat für den Chefposten einer abgespaltenen Euronext. Ob sie aber eine Konsolidierung der europäischen Börsenbetreiber wollen, stehe auf einem ganz anderen Blatt.

Wieviel die Euronext bei einer Abspaltung wert sein könnte, hat die Nyse nicht bekanntgegeben. Das Geschäft ist vergleichsweise unprofitabel. Durch neue Finanztransaktionssteuern und schärfere Regulierung kommen die Margen weiter unter Druck.

Die Nyse schätzt, dass das europäische Geschäft in den zwölf Monaten bis September 2012 für Einnahmen von 560 Millionen US-Dollar gesorgt hat. Die Investmentbanker von Sandler O'Neill + Partners glauben, dass die Sparte eine Gewinnmarge von 25 Prozent hat – verglichen mit 60 Prozent bei der ICE. Ein Börsengang könnte die Euronext mit 1,39 Milliarden US-Dollar bewerten, schätzt der Recherchedienst Equity Research Desk.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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