• The Wall Street Journal

Bei Beiersdorf klingeln nach dem Umbau die Kassen

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf gewinnt durch den Umbau seiner Hautpflegesparte. Mit dem Aussortieren von Ladenhütern und der Konzentration auf schnell wachsende Schwellenmärkte stiegen die Einnahmen im abgelaufenen Jahr um 7,2 Prozent auf 6,040 Milliarden Euro. Den Löwenanteil steuerte die Hautpflegesparte mit ihren Marken Nivea, Eucerin und La Prairie bei. Der kleinere Klebebandbereich Tesa fügte ein Plus von knapp 6 Prozent hinzu. Wie viel Geld unter dem Strich übrig bleibt, verraten die Hamburger erst am 5. März. Sie rechnen weiter mit einer Umsatzrendite von rund 12 Prozent.

Analysten hatten diese gute Entwicklung erwartet. Vor allem die strategischen Aussagen des neuen Vorstandsvorsitzenden Stefan Heidenreich und seine Erfahrung in der Markenführung stimmen sie optimistisch.

Dem britisch-niederländischen Konzern Unilever läuft Beiersdorf trotzdem hinterher. Der Branchenriese steigerte seine Einnahmen im abgelaufenen Jahr um 10,5 Prozent. Die beiden anderen Großen der Konsumgüterbranche, Henkel und Procter & Gamble, legen ihre Ergebnisse erst noch vor. Während sich der US-Konzern in der jüngsten Vergangenheit enttäuschend entwickelte und drastische Kosteneinsparungen verkündete, dürfte Henkel auch durch hohe Absätze in den Schwellenländern ein Rekordjahr hinter sich haben.

Dass die Geschäfte im vierten Quartal besser laufen als gedacht, hatte der Nivea-Produzent Beiersdorf bereits Anfang Dezember mitgeteilt. Damals hatte er seine Umsatzprognose für 2012 auf ein Plus von deutlich über 4 Prozent erhöht. Bis dahin hatte er sich nur ein Wachstum zwischen 3 und 4 Prozent zugetraut. Die Pflegesparte Consumer wuchs 2012 um nominal 7,5 Prozent.

Die Beiersdorf-Aktie ist neuerdings eine Erfolgsgeschichte. Seit Ende November 2011, als die Aktie unter 40 Euro handelte, ist sie um 60 Prozent gestiegen. Als der Vorstand am 2. November die Ergebnisse für das dritte Quartal 2012 veröffentlichte, zog die Aktie um mehr als sieben Prozent nach oben, um auch in den folgenden Wochen weiter zu steigen. Am Mittwoch erreichte sie mit 64,60 Euro ein neues Rekordhoch. Höhere Kursziele und Kaufempfehlungen gab es im neuen Jahr von den Banken UBS, Nomura und M.M. Warburg. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 16 Milliarden Euro belegt Beiersdorf unter den 30 Dax-Titeln den 17. Rang.

Kontakt zur Autorin: kirsten.bienk@dowjones.com

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