Von THE WALL STREET JOURNAL DEUTSCHLAND
Sie fliegen nahezu lautlos, können einen Tag lang in der Luft bleiben und treffen ihre Ziele völlig unvermutet: Drohnen gehören seit den neunziger Jahren zunehmend zur Ausstattung westlicher Streitkräfte. Die Geräte sehen wie ein Flugzeug aus, haben jedoch keine Frontscheiben - und vor allem keinen Piloten. Die Maschinen werden vom Boden aus ferngesteuert, die neueren Generationen starten und landen sogar komplett automatisch.
Die Bundeswehr nutzt bei ihrem Afghanistan-Einsatz unbewaffnete Drohnen, die den Angaben zufolge lediglich der Aufklärung dienen. Die Drohnen vom Typ "Heron 1", auf Deutsch übersetzt bedeutet "Reiher I" stammt aus der Produktion des israelischen Herstellers "Israel Aerospace Industries".
Drei Drohnen hat die Bundeswehr geleast, der Vertrag läuft Ende 2014 aus, derzeit ist die Truppe auf der Suche nach einer Nachfolgelösung. Denkbar ist nach Angaben aus Ministeriumskreisen auch die Anschaffung einer modifizierten und bewaffneten "Heron", auf dem Markt verfügbar sind weiterhin amerikanische Modelle mit den illustren Namen "Predator" (Raubtier) und "Reaper" (Sensenmann).
Befürworter der Drohnentechnologie schätzen die großen Einsatzmöglichkeiten. Die Maschinen sind unabhängig von Wind und Wetter. "Durch ihre technische Ausstattung ist die Drohne weitgehend lichtunabhängig und kann Tag und Nacht aufklären", heißt es bei der Bundeswehr.
Im Gegensatz zur Luftaufklärung mit Tornado-Kampfflugzeugen habe "Heron" einen großen Vorteil: "Das System nimmt neben Einzelbildern auch Videos, Infrarot- und Radar-Daten auf und sendet diese nicht nur an ihre Bediener, sondern auch an andere Bodentruppen – über ein Remote Video Terminal."
Die "Heron"-Drohne hat eine Spannweite von 16 Metern und kann noch mit einem maximalen Startgewicht von 1.200 Kilogramm abheben. Die Drohne fliegt nahezu lautlos und hat eine Einsatzreichweite von zirka 400 Kilometern. Eine solche Drohne kann auch maximal 9.000 Meter steigen, typischerweise ist sie auf 6.400 Metern unterwegs.
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