• The Wall Street Journal

Autohersteller lassen sich auf der Messe in Detroit feiern

Reuters

Amerikanischer Traum: Ab 19. Januar werden die Neuheiten der Autobranche auf der North American International Auto Show in Detroit zu sehen sein, nur nicht in solch schöner Umgebung: Hier ein Pickup Chevrolet Silverado des Modelljahrgangs 2014.

Nachdem das alte Autojahr Geschichte ist, wird das neue traditionell auf der Branchenmesse in Detroit eingeläutet. Obwohl 2012 wegen der Schulden- und Wirtschaftskrise in Europa nicht ganz einfach war, werden sich gerade die deutschen Hersteller in Amerikas Autometropole für ein starkes Jahr mit neuerlichen Rekorden feiern lassen. Denn nicht nur neue Autos werden in Detroit gezeigt, auch die Absatzzahlen für das Vorjahr werden hier präsentiert. Alles in allem dürfte die Stimmung in "Motown" blendend sein. Denn der US-Markt ist weiter auf dem Vormarsch.

Auch 2013 sieht das Gros der Branchenexperten die Neuwagenverkäufe in den Vereinigten Staaten um rund 5 Prozent zulegen, nach einem Plus von mehr als einem Zehntel im vergangenen Jahr. Damit dürften die USA genau wie China erneut die Wachstumstreiber für die Autoindustrie sein, der global gesehen in diesem Jahr ein Plus von rund 3 Prozent vorhergesagt wird. In Europa ist dagegen weiter Krise angesagt, unveränderte Verkaufszahlen für die weltweit drittgrößte Vertriebsregion sind da noch das positivste Szenario.

Die Autoneuheiten aus Detroit

Mercedes-Benz

Nach den Comeback-Shows von 2011 und 2012, als die Geisterstimmung der krisengeprägten Vorjahre bereits weitgehend aus den Messehallen der "Cobo Hall" in Detroit gefegt wurde, dürfte die Laune auf der diesjährigen „North American International Auto Show" (NAIAS) angesichts der positiven Aussichten gut bis sehr gut ausfallen. Bescheidenheit ist nicht angesagt, im Gegenteil: Zahlreiche PS-strotzende Sportwagen werden in Detroit ihre Premiere feiern und einen weiteren Beleg für das wiedererlangte Selbstvertrauen der Autoindustrie in den Vereinigten Staaten liefern.

Ein Highlight stellt zweifelsohne der neue Chevrolet Corvette auf der Messe. 60 Jahre nach dem ersten Modell wird die siebte Auflage des US-Sportwagens schlechthin präsentiert. Wer eine Spielekonsole Playstation 3 von Sony besitzt, konnte die Legende bereits vorab „testen" - zumindest virtuell. Das Rennspiel Gran Turismo 5 bot ein Update, mit dem der Erlkönig des Sportwagenikone von General Motors „probegefahren" werden kann.

Angetrieben wird die Corvette C7, um deren Außenkleid ein großes Geheimnis gemacht wird, von einem 6,2-Liter-Motor mit acht Zylindern, der 450 PS Leistung unter der Haube freisetzen kann. In etwa vier Sekunden schafft es der Wagen auf eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometer. Damit dürfte das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht sein; noch stärkere Versionen stehen bereits in den Startlöchern.

Weitere Glanzlichter werden vom neuen Maserati Quattroporte sowie dem kommenden Luxus-Cabrio aus dem Hause Bentley, dem Continental GT Speed erwartet.

Doch auch die deutschen Autobauer lassen sich nicht lumpen und haben einiges in petto für die erste große Messe des Jahres. So wird BMW einen Ausblick auf das neue 4er-Coupé geben, der noch 2013 auf den Markt kommen soll, sowie den M6 Gran Coupé und die aufgehübschte Variante des Z4 vorstellen. Von Audi wird unter anderem die Sportversion des A7, der sogenannte RS7, erwartet.

Besonders viel zu bieten hat in diesem Jahr Mercedes -Benz. Denn für die Stuttgarter steht 2013 ganz im Zeichen des Starts einer Produktoffensive, mit der sie bis 2020 wieder die Nummer eins im Premiumsegment werden wollen. In Detroit werden deshalb umfangreiche Modellüberarbeitungen alle vier Baureihen der E-Klasse - also der Limousine, des Kombis, des Coupés und des Cabriolets - präsentiert.

Medienberichten zufolge haben die Schwaben mit 1 Milliarde Euro so viel wie nie zuvor in den umfangreichsten Facelift der Firmengeschichte gesteckt, der den schwächelnden Absatz des Brot-und-Butter-Modells ankurbeln soll. Seine Weltpremiere in Detroit wird außerdem der Mercedes CLA feiern, quasi die Coupé-Variante der kompakten A-Klasse. Die neuen Modelle sollen Mercedes-Benz helfen, die Aufholjagd auf die Konkurrenten BMW und Audi einzuläuten.

Insgesamt warten auf die wohl mehr als 6.000 anwesenden Journalisten in Detroit mehr als 50 Neuvorstellungen. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr mache die Bedeutung der Messe im automobilen Jahreskalender deutlich, sagte Messe-Chef Jim Seavitt. Ob auch die Rekordzahl von rund 771.000 Besuchern aus dem vergangenen Jahr getoppt werden kann, steht noch in den Sternen, es scheint aber wahrscheinlich. Der Öffentlichkeit zugänglich ist das erste wichtige Branchentreffen des Jahres vom 19. bis zum 26. Januar.

Kontakt zum Autor: nico.schmidt@dowjones.com

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