• The Wall Street Journal

Exxon investiert Milliarden in Ölfeld vor Kanada

Exxon Mobil investiert 14 Milliarden Dollar, um das Hebron Ölfeld vor der Küste der ostkanadischen Provinz Neufundland und Labrador zu erschließen. Mit dem Projekt sollen 700 Millionen Barrel Öl gewonnen werden, teilte das Unternehmen mit.

Associated Press

Exxon Mobil investiert 14 Milliarden in die Erschließung eines Ölvorkommens vor Kanada.

Exxons Großinvestition ist Ausdruck eines größeren Trends. Nachdem sie jahrelang im Mittleren Osten, Afrika und anderen Regionen nach Vorkommen gesucht hatten, kehren die Ölmultis nun nach Nordamerika zurück. Durch neue Bohrtechnologien konnten Exxon Mobil, Conoco Phillips und andere Unternehmen große Vorkommen in Schieferformationen in Kanada und den USA ausfindig machen.

Die Produktion vor der kanadischen Küste soll im Jahr 2017 starten und auf lange Sicht 150.000 Barrel pro Tag erreichen. Neben Exxon Mobil sind noch andere Unternehmen an dem Projekt beteiligt. So hält der texanische Konzern The Irving über eine Tochter 36 Prozent. Chevron, Suncor Energy und Statoil sowie Nalcor halten auch Anteile.

Während die USA seit Jahrzehnten keine Bohrungen vor der Atlantikküste mehr zugelassen haben, hat sich der atlantische Meeresboden vor Kanada für Firmen, die hier nach Ölvorkommen suchen, als besonders ertragreich erwiesen.

Unangetaste Öl-Reserven vor Kanada

Kürzlich hatte bereits Royal Dutch Shell bekannt gegeben, eine Milliarde Dollar in die Erkundung von Gebieten vor der Küste der Provinz Nova Scotia zu investieren. Laut statistischen Daten der kanadischen Regierung macht der Energie- und Rohstoffsektor in den Regionen Neufundland und Labrador etwa 40 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus.

„Nordamerika entwickelt sich zu einem wirklich attraktiven Standort, sowohl auf dem Festland als auch vor der Küste", sagte Fadel Gheit, Analyst bei Oppenheimer. „Ostkanada ist derzeit definitiv noch nicht ausgekundschaftet."

Gebohrt wird etwa 200 Meilen (480 Kilometer) südöstlich der Provinzhauptstadt St. John's in etwa 300 Fuß (92 Meter) Tiefe. Exxon sagte, man werde eine alleinstehende, Schwerkraft-basierte Anlage verwenden. Deren Konstruktion hält dem Eis stand, das Bohrungen an Kanadas Atlantikküste so risikoreich macht.

Die kanadische Regierung sowie die Regierungen beider Provinzen hatten das Projekt bereits im Mai genehmigt.

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