• The Wall Street Journal

Smartphonehersteller HTC im Abwärtsstrudel

Smartphonehersteller HTC hat es derzeit nicht leicht: Der Nettogewinn des taiwanesischen Unternehmens sank bereits zum fünften Mal in Folge - auf den niedrigsten Wert seit 2006. So sank das Ergebnis im vierten Quartal um 91 Prozent auf lediglich eine Milliarde Neuer Taiwan-Dollar (26,5 Millionen Euro). Im Jahr zuvor waren es noch 10,94 Milliarden gewesen. Ein historisches Tief, denn HTC vertreibt erst seit dem Jahr 2006 Geräte unter der eigenen Marke.

dapd

Models posieren mit dem neuem HTC J Butterfly-Smartphone.

Nichtsdestotrotz wurden damit die Analystenerwartungen übertroffen. Sechs vom Wall Street Journal befragte Experten hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Gewinn von 666 Millionen gerechnet. Der Umsatz fiel im vergangenen Quartal um 41 Prozent auf 60 Milliarden, von 101,42 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Das Unternehmen hatte es jedoch in kürzester Zeit geschafft, zum zweitgrößten Anbieter von Android-Geräten in den USA aufzusteigen. In der jüngsten Vergangenheit verlor HTC jedoch an Marktreichweite, da die Konkurrenz neue Produkte einführte, die bei den Kunden besser ankamen.

Marktanteil drastisch gesunken

Laut Marktforschungsunternehmen International Data ist HTCs weltweiter Marktanteil im dritten Quartal 2012 auf magere vier Prozent gesunken. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 10,3 Prozent gewesen. Samsung erreichte mit 31,3 Prozent den Spitzenplatz vor Apple mit 15 Prozent. Analysten sehen deshalb auch für das laufende erste Quartal noch keine Besserung.

Analysten rechnen deshalb auch im laufenden ersten Quartal mit schweren Zeiten. Zwar hatte HTC im vergangenen Dezember sein neuestes Smartphone Butterfly auf dem Markt eingeführt, doch Nokia und Samsung folgen bald mit Neuvorstellungen.

"Das Butterfly von HTC hat zwar einige gute Produktkritiken bekommen. Das kann aber nicht über die Lieferschwierigkeiten einiger Komponenten hinwegtäuschen, die sich auf den Export per Schiff auswirken werden. Der Halbjahresumsatz wird deshalb weiterhin sinken", erwartet Wanli Wang, Analyst bei der Royal Bank of Scotland.

HTCs geschwächte Position auf dem US-Markt zwingt das Unternehmen seine Strategie zu überdenken und sich auch auf andere Märkte zu fokussieren. Auch wenn HTC selbst den Umsatz nicht nach Regionen ausweist, so halten Analysten die USA für den absoluten Umsatztreiber. Etwa die Hälfte aller Umsätze sei 2011 mit den USA erwirtschaftet worden, rund 40 Prozent aller Verschiffungen von Smartphones dort angelandet.

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HTC will sich deshalb verstärkt auf die asiatischen Märkte und andere Schwellenländer konzentrieren, doch auch dort schläft die Konkurrenz nicht. In China, dem weltgrößten Absatzmarkt für Mobilfunkgeräte, bekommt HTC Gegenwind durch die heimischen Konkurrenten ZTE und Huawei Technologies. Bisher waren die chinesischen Rivalen zwar mehr in dem Billigsegment unterwegs, das soll sich nun aber ändern.

HTC bleibt jedoch optimistisch. "Das Schlimmste hat HTC wahrscheinlich schon überstanden", sagte Vorstandschef Peter Chou im Interview mit dem Wall Street Journal. "2013 wird nicht allzu schlimm verlaufen".

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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