• The Wall Street Journal

Algeriens Wüste – der heißeste Arbeitsplatz der Welt

Schon vor der Geiselnahme war die algerische Wüste ein schwieriger Arbeitsplatz für die großen Ölkonzerne. Das Gasfeld In Salah, westlich des angegriffenen Feldes In Amenas, ist laut Betreiber BP der heißeste dauerhaft bewohnte Punkt der Erde. Die Temperaturen reichen von mehr als 50 Grad im Sommer bis zu -4 im Winter. Die Situation ist äußerst unwirtlich. BP muss dort Arbeiter einsetzen, die ständig den Sand von Leitungen, Tanks und anderer Ausrüstung schaufeln.

Satellitenfoto einer Erdgasanlage in der algerischen Sahara.

Trotzdem sind die Projekte in der Sahara äußerst lukrativ. Im Komplex In Amenas wird sogenanntes „nasses Erdgas" gefördert, wo der Anteil an wertvollen, leicht verflüssigbaren Kohlenwasserstoffen hoch ist. Mehr als 600 Menschen arbeiten in der Anlage, berichtet die staatliche algerische Nachrichteagentur. Nach Angaben von BP können dort bis zu 9 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr gefördert werden. BP betreibt die Anlage gemeinsam mit der norwegischen Statoil und dem heimischen Energieunternehmen Sonatrach.

Das Gas aus dem Feld wird über Pipelines zu den Häfen an der Nordküste transportiert, wo es verflüssigt und verschifft wird. Alternativ stehen zwei Pipelines unter dem Mittelmeer zur Verfügung, durch die das Gas direkt nach Spanien gepumpt wird.

BP ist seit Mitte der 1950er Jahre in Algerien aktiv, zunächst mit Tankstellen und dem Verkauf von Schmierstoffen in der damaligen französischen Kolonie. Diese Geschäftsfelder wurden kurz nach der Unabhängigkeit 1962 verkauft, weil Algerien mit der Verstaatlichung ausländischer Vermögenswerte begonnen hatte.

1993 eröffnete BP wieder ein Büro in Algier. 1998 wurde der Vertrag geschlossen, um das Feld In Amenas gemeinsam mit Sonatrach zu erschließen. 2003 kaufte Statoil die Hälfte der BP-Anteile. Die drei Partner haben derzeit ein neues Projekt dort in Arbeit, bei dem die Förderung von Gas durch neue Kompressionsanlagen verbessert werden soll.

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