Von CRIS LARANO und dapd
MANILA—Der Faifun Bopha ist am Dienstag auf die Philippinen getroffen und hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Mehr als 200 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Allein im am schwersten betroffenen Compostela-Tal kamen mindestens 151 Menschen ums Leben, wie Regierungssprecherin Fe Maestre am Mittwoch sagte. Darunter seien 66 Bewohner und Soldaten, die von einer Sturzflut weggerissen wurden, die am Dienstag zwei Notunterkünfte und ein Feldlager in der Stadt New Bataan überschwemmte. Eine unbekannte Zahl von Bewohnern werde dort noch vermisst.
In der nahe gelegenen südlichen Provinz Davao Oriental kamen 51 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen durch Überschwemmungen und umstürzende Bäume, wie Generalmajor Ariel Bernardo mitteilte. 98 Menschen wurden noch vermisst. Die Behörden meldeten sieben weitere Todesfälle in anderen Regionen.
Strommasten knickten wie Streichhölzer ein, als Bopha mit seinen starken Winden auf die Insel Mindanao traf. Große Teile der Region blieben ohne Strom. Wie die Regierung mitteilte, war es das schlimmste Unwetter seit über 20 Jahren, das den Süden der Philippinen traf. Im Norden kommen saisonale Wirbelstürme regelmäßig vor.
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Rund 60.000 Menschen suchten in Notunterkünften Schutz vor dem Unwetter. Mindestens 43 der Todesopfer waren in einem einzigen Dorf zu beklagen. Die Opfer seien ertrunken, als sich vom Sturm ausgelöste Regenmassen auf einem Berg angesammelt und auf die im Compostela-Tal gelegene Ortschaft Andap niedergegangen seien, sagte Gouverneur Arturo Uy. In dem Dorf wurden den Angaben zufolge eine Schule und eine Halle überflutet, in der Anwohner vor dem Sturm Zuflucht gesucht hatten. Zudem sei ein Militärfahrzeug mit Soldaten und Dorfbewohnern fortgeschwemmt worden.
Uy sagte im Radiosender DZBB, die Zahl der Todesopfer im Dorf Andap werde noch steigen, da mehrere Leichen noch nicht aus dem Hochwasser geborgen worden seien. Wegen des Sturms waren mehr als 100 Flüge abgesagt worden. Die Küstenwache hinderte mehr als 200 Schiffe – darunter auch Fähren und Frachter – daran, abzulegen. Mehrere tausend Passagiere konnten die Inseln deswegen vorerst nicht verlassen.
Oscar Moreno, Gouverneur der Provinz Misamis Oriental berichtete in einem Fernsehinterview, einige Menschen hätten Zuflucht in Gebäuden von Cagayan de Oro City gesucht. Mindestens eine Brücke in seiner Provinz soll zerstört worden sein und die Stromzufuhr sei noch nicht wieder hergestellt.
Cagayan de Oro City blieb ein ähnliches Unglück wie im vergangenen Jahr diesmal erspart. Damals hatte der Taifun Washi über 1.500 Todesopfer gefordert, weil Anwohner nur sehr zögerlich auf die Warnungen vor einer Überflutung reagiert hatten. Diesmal hatten im Vorfeld des Sturms mehr Menschen Sicherheit gesucht, nachdem sie Präsident Benigno Aquino III am Montag in einer Ansprache dazu aufgefordert hatte.
Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 190 km/h und einer Wolkendecke, die sich über fast 500 Kilometer hinzog, war Bopha die größte Unwetterlage, die Mindanao in über zwei Dekaden und die Philippinen innerhalb dieses Jahres getroffen hatte. Das teilte die Regierung mit.
Bopha war am frühen Dienstag in der Provinz Davao Oriental auf Land getroffen. Bäume wurden entwurzelt, Strommasten knickten ein, die Flüsse schwollen an und Dächer von Kirchen und Häusern wurden abgedeckt. Wie in Fernsehaufzeichnungen zu sehen ist, waren viele Straßen unpassierbar.
Das Wetteramt erklärte, man rechne mit weiteren schweren Regenfällen auf den Philippinen, ehe Bopha die Region am Freitag verlassen werde. Bopha war der 16. Wirbelsturm, der die Philippinen in diesem Jahr getroffen hat.
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