• The Wall Street Journal

CDU gegen Gleichstellung der Homo-Ehe

Hannover – Die CDU lehnt eine steuerliche Gleichstellung der Homo-Ehe ab. Mit großer Mehrheit votierten die Delegierten auf dem CDU-Bundesparteitag in Hannover für einen Antrag des Kreisverbandes Fulda, der sich für den besonderen Schutz der Ehe und gegen eine steuerliche Gleichstellung mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ausspricht. „Ehe und Familie mit Kindern sind die Keimzelle unserer Gesellschaft und müssen deshalb in besonderer Weise gefördert werden", heißt es darin. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmte für diesen Antrag.

Eine Gruppe um den Bundestagsabgeordneten Jan-Marco Luczak warb dagegen in einem Initiativantrag für die steuerliche Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften. „Wir sagen, dass auf gleiche Pflichten auch gleiche Rechte folgen müssen. Das müsste für uns Selbstverständlichkeit sein", sagte Luczak. Er mahnte, dass Diskriminierungen beseitigt werden müssten. „Ich nehme keinem Ehepaar etwas weg. Kein einziges Kind weniger wird geboren, weil wir am Steuerrecht etwas ändern", sagte Luczak. Vorteile bei der Steuer dürfen nicht vom Geschlecht abhängen

Auch der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn, der sich vor kurzem zu seiner Homosexualität öffentlich bekannt hatte, sagte, die CDU sei eine „Wertepartei". Er finde es nicht fair, wenn homosexuelle Partnerschaft gegen Familie ausgespielt werde. „Ich verwirkliche keinen Lebensentwurf. Ich bin einfach nur ich", rief er den Delegierten zu.

Der Staatssekretär im Familienministerium, Hermann Kues, warb dagegen für die Formulierung der Antragskommission. Menschen müssten auch ermutigt werden, sich zu Ehe und Familie zu bekennen. "Ich bin gegen Diskriminierung, aber auch dagegen, alles in einen Topf zu werfen." Der sächsische Landtagsabgeordnete Steffen Flath sagte: „Gott hat uns als Frau und Mann geschaffen und er hat sich etwas dabei gedacht." Andere Delegierte sagten, 100.000 gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften stünden 16 Millionen Ehen gegenüber. Politik dürfe nicht für Minderheiten gemacht werden.

Kontakt zum Autor: susann.kreutzmann@dowjones.com

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