• The Wall Street Journal

Sharp erhält Finanzspritze von Qualcomm

Der schwer angeschlagene Elektronikkonzern Sharp hat offenbar einen neuen Partner gefunden. Die Japaner erhalten von dem US-Technologieunternehmen Qualcomm eine Finanzspritze über bis zu 10 Milliarden Yen, das sind umgerechnet etwa 93 Millionen Euro. Das berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei. Darüber hinaus wollen die Unternehmen zusammen energieeffiziente Flüssigkristall-Displays für Smartphones entwickeln. Die Anleger reagieren erfreut. Die Sharp-Aktie steigt an der Börse in Tokio um 2,6 Prozent.

Sharp wird dem Bericht zufolge neue Aktien im Wert von 5 Milliarden Yen ausgeben, die Qualcomm erhalten wird. Je nach Fortschritt der Zusammenarbeit werden die Amerikaner weitere 5 Milliarden Yen in Sharp investieren, heißt es weiter. Offiziell soll die Vereinbarung im Laufe des Tages verkündet werden.

[image] Reuters/Yuriko Nakao

Der angeschlagene japanische Elektronikkonzern Sharp soll vom US-Technologieunternehmen Qualcomm eine Finanzspritze in Millionenhöhe erhalten. Außerdem wollen beide Firmen zusammen energieeffiziente Flüssigkristall-Displays für Smartphones entwickeln.

Auf Basis des Schlusskurses von Sharp am Montag würde Qualcomm mit einem Investitionsvolumen von 10 Milliarden Yen einen Anteil von rund 5 Prozent an dem japanischen Unternehmen erwerben. Damit hielte sie einen ähnlich hohen Anteil wie der größte Sharp-Aktionär, die Nippon Life Insurance.

Das Geld hat Sharp bitter nötig. Die Japaner sind mit einem Nettoverlust von fast 250 Milliarden Yen im zweiten Geschäftsquartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Auch für das Gesamtjahr, das im März endet, sieht es nicht besser aus. Hier erwartet der Hersteller von Druckern, Fernsehern und Monitoren einen Verlust von 450 Milliarden Yen.

Sharp steht mit den Problemen nicht allein da, vielmehr reiht sich das Unternehmen in die Riege der immer weiter ins Hintertreffen geratenen japanischen Elektronikkonzerne ein. Auch den einst weltweit erfolgreichen Firmen Sony und Panasonic geht es schlecht. Sie sind nicht rechtzeitig auf den Zug aufgesprungen. In Geschäftsbereichen, die derzeit stark wachsen, sind Rivalen an ihnen vorbeigezogen. Bei Smartphones oder kleinen Tablet-Computern spielen die japanischen Hersteller fast keine Rolle.

Für Sharp geht es um nichts weniger als das Überleben. Der Konzern hat auch mit anderen US-Unternehmen wie Intel und Dell über eine Partnerschaft verhandelt. Außerdem haben die Japaner mit ihrem Geschäftspartner Hon Hai Precision Industry im März eine Anteilsübernahme von 9,9 Prozent vereinbart. Der Preis je Aktie lautete damals auf 550 Yen. Der auch als Foxconn bekannte Partner wird die Anteile aber wohl billiger bekommen. Der Aktienkurs von Sharp ist seitdem nämlich dramatisch eingebrochen. Am Montag schloss die Aktie bei 172 Yen.

Kontakt zum Autor: matthias.goldschmidt@dowjones.com

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