Von STEFANIE HAXEL
Mit der Ausgabe von weiteren 4,6 Millionen Gratisaktien hat der Spezialmaschinenbauer Gea einen Streit mit seinen Altaktionären beendet, der auf das Jahr 1999 zurückgeht. Überraschender Weise verzichteten etliche der früheren Aktionäre auf ihre Rechte, die sie sich in einer mehr als zehn Jahre währenden Auseinandersetzung erstritten hatten. Der von einigen Marktteilnehmern erwartete Kurseinbruch der Gea-Aktie blieb aus.
Am Montag wurde mit der Ausgabe der letzten von drei Aktientranchen ein Vergleich erfüllt, auf den sich beide Seiten nach einem Spruchverfahren im Januar vor dem Landgericht Dortmund geeinigt hatten. Bis zu 13,4 Millionen neue Aktien der GEA Group hätten die Kläger bis zu diesem Montag abrufen können. Tatsächlich wurden nur 8,7 Millionen Stück in Anspruch genommen.
In dem Verfahren ging es um den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag aus dem Jahr 1999 zwischen der in Gea Group AG umfirmierten Metallgesellschaft und der später auf sie verschmolzenen Gea AG. Deren Aktionäre hatten gegen die aus ihrer Sicht zu niedrige Abfindung geklagt. Zehn Jahre später bekamen sie schließlich Recht: Die Gea Group musste sich daraufhin 13,4 Millionen neue Aktien genehmigen lassen, um die Kläger zu entschädigen.
Drei fixe Termine gab es in diesem Jahr, die neuen Aktien abzurufen. Am 16. Juli bezogen die Gea-Altaktionäre 2 Millionen neue Gea-Aktien, am 3. September weitere 2,1 Millionen. Damit standen an diesem Montag, dem letzten Termin, rechnerisch noch 9,3 Millionen Aktien zum Abruf zur Verfügung. Tatsächlich abgerufen wurde aber noch nicht einmal die Hälfte: 4,6 Millionen Anteilsscheine, wie der im Mdax geführte Konzern mitteilte.
Ein Frankfurter Händler äußerte sich erstaunt: „Ich kann nicht verstehen, wie Anleger Millionen Euro aus diesen Aktien einfach verschenken können", sagte er.
Für die meisten heutigen Gea-Aktionäre ist das aber eine gute Nachricht, denn ihr Beteiligung an dem Unternehmen wird damit deutlich weniger verwässert, als nach dem Vergleich eigentlich zu erwarten war. Laut Konzern betrug sie 4,5 Prozent. Analysten waren laut einem Händler in ihren Überlegungen von bis zu 8 Prozent Verwässerung ausgegangen.
Über die Gründe der geringeren Abrufquote wollte der Konzernsprecher nicht spekulieren. Gea habe alles Notwendige getan, um über das Ergebnis des Spruchverfahrens und das Angebot zu informieren und die Offerte über ein halbes Jahr gestreckt. Für den Informationsfluss von den Depotbanken zu ihren Kunden seien die Banken verantwortlich.
Da die Gea-Aktie nur knapp unter dem Jahreshoch steht, war am Markt wegen der zusätzlich in Umlauf gekommenen Anteilsscheinen durchaus mit Verkäufen gerechnet worden. Am Kurs ist das am Nachmittag jedoch nicht abzulesen. Die Gea-Aktie notierte am Nachmittag mit 0,6 Prozent im Plus bei 25,28 Euro.
—Mitarbeit: Michael DenzinKontakt zum Autor: stefanie.haxel@dowjones.com







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