Von AARON LUCCHETTI
Neuer Ärger für die skandalgeschüttelten Investmentbanken: In den USA sind die Behörden hinter einem Händler von Morgan Stanley her. Besonders pikant: Nicht gegen einen einfachen Trader wird ermittelt, sondern gegen den Chef des Anleihehandels, Glenn Hadden. In Frage stehen Geschäfte, die er 2008 machte – damals arbeitete er noch für den Konkurrenten Goldman Sachs . Das geht aus Unterlagen der Regulierungsbehörden hervor.
Hadden hat sich einen Namen gemacht, indem er die Anleihensparte von Morgan Stanley wieder auf Vordermann gebracht hat. Vor kurzem wurde er informiert, dass wegen Geschäften mit Derivaten auf US-Staatsanleihen gegen ihn ermittelt wird. Das steht in einem Bericht der US-Finanzaufsicht Financial Industry Regulatory Authority (Finra). Die Behörde koordiniert die Strafverfolgung verdächtiger Broker und Händler. Die Ermittlungen werden vom Börsenbetreiber CME Group geleitet, an deren Börse mit Terminkontrakten auf die US-Staatsanleihen gehandelt wird.
Hadden ist bekannt als risikofreudiger Händler – und sticht damit hervor bei einer Bank, die unter Chef James Gorman mehr denn je auf Sicherheit spielt. Hadden ist im Jahr 2011 zu Morgan Stanley gewechselt. Zuvor arbeitete er in Toronto für Goldman.
Das Geschäft mit dem Anleihehandel dümpelte bei Morgan Stanley vor sich hin, bis im Jahr 2010 die Leiter der Handelssparte, Colm Kelleher und Ken deRegt, wieder mehr Augenmerk auf die Bonds legten. Sie setzen vor allem auf einfach handelbare Staatsanleihen und Zinsprodukte.
Genau in diesen beiden Bereichen ist Hadden gut. Bei Morgan Stanley hat er im Großen und Ganzen geliefert. Auch wenn er mit Wetten auf eine kommende Inflation im letzten Jahr danebengriff – und den Zeitungen Schlagzeilen lieferte.
Außerdem lässt Hadden viele Handelsgeschäfte elektronisch abwickeln, das soll Morgan Stanley Kosten einsparen. Noch arbeitet Hadden bei Morgan Stanley, sagte ein Sprecher der Bank zum Wall Street Journal. Abgesehen davon: kein Kommentar.
Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de





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