Von AYLA ALBAYRAK und JOE PARKINSON
ISTANBUL – Die Türkei hat am Montag F-16-Kampfjets an die Grenze zu Syrien verlegt. Das syrische Militär hatte zuvor zweimal die Grenzstadt Ras al-Ain bombardiert, wobei auch Geschossteile auf der türkischen Seite landeten. Die Angriffe begannen nach türkischen Angaben gegen 10 Uhr morgens Ortszeit.
Das Bombardement löste eine Panik in der türkischen Grenzstadt Ceylanpinar aus, die von Ras al-Ain nur durch einen zwischen zwei Straßen verlaufenden Zaun getrennt ist. Elf verletzte Syrer wurden in türkische Krankenhäuser eingeliefert. Auch am Montagnachmittag waren von der türkischen Seite aus Gefechte zwischen den Truppen des syrischen Regimes und Rebellenkämpfern zu hören.
„Wir haben in ganz Ceylanpinar Granatsplitter gefunden, vor meinem Büro und auch in der Schule", sagte Bürgermeister Ismail Arslan am Telefon. „Tausende Menschen warten an der Grenze, dass sie in die Türkei hineingelassen werden.
Die Gefechte verleihen dem Treffen am Montag zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul neue Dringlichkeit. Erdogan gehört zu den lautesten Kritikern des Assad-Regimes in Damaskus. Er dürfte versuchen, Putin davon zu überzeugen, seine Unterstützung für den syrischen Präsidenten einzustellen.
Russland hat eine Schlüsselrolle in dem Konflikt, der der Türkei bereits mehr als 100.000 Flüchtlinge gebracht hat und das Land immer stärker hineinzieht. Moskau hat bereits drei Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gegen Syrien blockiert und so verhindert, dass die Türkei, der Westen und die arabische Welt die Rebellen unterstützen. Analysten haben aber nur wenig Hoffnung, dass Putin sich von Erdogan überzeugen lässt.
Trotz ihrer fundamental unterschiedlichen Auffassungen zu Syrien verfügen Moskau und Ankara jedoch über enge Beziehungen, die auf Handel, gemeinsame Sicherheitsinteressen und die türkische Abhängigkeit von russischem Gas fußen.
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