• The Wall Street Journal

Rückkaufangebot beflügelt griechische Anleihen

Die griechische Schuldenagentur hat ihr Angebot zum Rückkauf von griechischen Staatspapieren für rund 10 Milliarden Euro vorgelegt. Der Rückkauf der griechischen Staatstitel von Privatanlegern ist ein wichtiger Teil der von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds vereinbarten Maßnahmen, mit denen die Verschuldung des Landes langfristig wieder auf ein tragfähiges Niveau zurückgeführt werden soll.

Athen kündigte am Montag an, Anlegern griechische Staatsanleihen unter Nennwert abkaufen zu wollen. Investoren erhalten im Gegenzug Schuldpapiere des Rettungsschirms EFSF in Höhe des ausgehandelten Verkaufspreises.

Die griechische Schuldenagentur hat den auferlegten Rückkauf von Staatsanleihen gestartet. Insgesamt möchte die Regierung in Athen Bonds im Nennwert von rund 30 Milliarden Euro zum aktuellen Marktpreis zurückkaufen.

Die Inhaber der Papiere können im Rahmen eines modifizierten niederländischen Auktionsverfahrens bis zum 7. Dezember 17.00 Uhr Londoner Zeit Angebote abgeben, wie viele Papiere und für welchen Preis sie verkaufen wollen, teilte die Schuldenagentur mit, die den Rückkauf abwickeln soll. Anschließend wird die Agentur über den endgültigen Preis entscheiden, zu dem die Papiere zurückgekauft werden, und das Volumen festlegen.

Die Mindestpreise bei dem Tender liegen je nach Laufzeit zwischen 30,2 und 38,1 Cent je Euro Nennwert, die Höchstpreise zwischen 32,2 und 40,1 Cent. Sie rangieren damit über der Indikation, die die Eurogruppe in der vergangenen Woche genannt hatte. Da hatte es geheißen, der Preis werde aller Voraussicht nach nicht über dem Schlusskurs vom 23. November liegen. Seit diesem Datum haben die Notierungen deutlich angezogen.

Nach Vorlage des Angebots stiegen die Kurse kräftig weiter. Griechische Staatsanleihen mit Laufzeit bis 2023 kosteten 39,88 Cent je Euro, die gegenläufige Rendite fiel dadurch um 1,5 Prozentpunkte auf 14,43 Prozent – das niedrigste Niveau seit der Umschuldung im März. Der Kurs von Staatsanleihen mit Fälligkeit im Jahr 2042 kletterte auf 31,43 Cent je Euro. Die Rendite sank im Vergleich zum Handelsschluss am Freitag um 0,81 Prozentpunkte auf 11,58 Prozent.

Am Markt war im Vorfeld bereits erwartet worden, dass Griechenland einen Kredit von rund 10 Milliarden Euro aus dem befristeten Euro-Rettungsfonds (EFSF) verwenden und dafür Staatstitel im Nennwert von rund 30 Milliarden Euro zurückkaufen würde. Damit würde fast die Hälfte der in privaten Händen befindlichen griechischen Staatstitel von 62 Milliarden Euro zurückgekauft.

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