Von CHARLES DUXBURY und JOHN D. STOLL
HALLERED--Der tief in der Verlustzone steckende Traditions-Autobauer Volvo setzt auf einen alten automobilen Traum: das selbst fahrende Auto. Hochentwickelte Assistenzsysteme sollen dafür sorgen, dass niemand mehr durch einen Volvo zu Schaden kommt. Das 85 Jahre alte Unternehmen will das unfallfreie Auto Anfang des nächsten Jahrzehnts auf den Markt bringen.
"Unsere Vision ist, dass bis 2020 niemand mehr durch einen neuen Volvo verletzt oder getötet wird", sagte Anders Eugensson, der bei Volvo für öffentlich Angelegenheiten verantwortlich ist. Volvo setzt auf eine hohe Nachfrage nach fahrerlosen Autos und die Erweckung einer Technologie, die Fahrfehler ausschließt. Wie viel Geld Volvo in diese Technologie steckt, die auch von der EU mitfinanziert wird, wollen die Schweden nicht sagen. Seit bereits mehreren Jahren arbeiten daran jedoch 50 Volvo-Ingenieure zusammen mit Partnern aus der Automobilwirtschaft.
Der erste Schwung autonomer Autos soll schon 2014 herauskommen. Diese werden bis zu 50 Kilometer die Stunde fahren können. Die Fahrzeuge sollen zunächst vorrangig bei einem hohen Verkehrsaufkommen zum Einsatz kommen, deshalb die limitierte Geschwindigkeit. Es wird aber auch an autonomen Autos mit einer höheren Geschwindigkeit gearbeitet. Volvo sagt aber noch nicht, wann diese Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Die Prototypen haben Tausende von Testkilometern auf den öffentlichen Straßen Spaniens und einer Volvo-Teststrecke in Schweden auf dem Buckel.
"Wir sind überzeugt, dass dies die Zukunft ist", sagte Marcus Rothoff, Leiter der Entwicklung von Fahrassistenzsystemen, kürzlich bei einer Veranstaltung im schwedischen Hallered. "Und wir wollen als erstes dort ankommen."
Das ist aber längst nicht gesichert, da die Finanzlage von Volvo prekär bleibt. Im letzten Jahr hat der schwedische Autobauer gerade einmal 436.000 Fahrzeuge verkauft, dieses Jahr werden es wohl noch weniger sein. Kürzlich wurden 11 Milliarden Euro für die Überholung existierender Modelle bereitgestellt. Die Volvo-Manager arbeiten daran, weitere Mittel für neue Produkte und die Erweiterung der Werke aufzutreiben.
Neben den finanziellen Problemen erschweren auch noch andere Faktoren die Pläne für das fahrerlose Auto. Da gibt es zum Beispiel rechtliche Fragen über die Haftbarkeit der Fahrer und Befürchtungen wegen der Verlässlichkeit der fahrerlosen Systeme.
Volvo wolle mit seinen ehrgeizigen Plänen wieder zum Branchenführer bei Autosicherheit aufsteigen, sagte Drew Winter, Chefredakteur des Branchenmagazins Ward's Auto World. Volvo müsse mehr in Richtung Sicherheit unternehmen, um die angestammten Kunden bei der Stange zu halten und so sein Überleben zu sichern.
Volvo war 2010 von dem chinesischen Autohersteller Zhejiang Geely für 1,3 Milliarden US-Dollar übernommen worden. Jüngst erst wurde der Chef ausgetauscht. Dann wurde der Plan verabschiedet, sich auf Premiumautos zu konzentrieren und im kommenden Jahr auch in China zu produzieren.
Viel von der Volvo-Technologie ähnelt dem, was Google und General Motors entwickeln. Ein Netzwerk aus Kameras, Lasern und Sensoren überwachen die Straße und den Raum außerhalb des Autos wie es auch ein Fahrer tun würde. Die Technologie im Inneren wiederum überwacht den Menschen am Steuer. Unter anderem wird geprüft, ob ihm eventuell die Augen zufallen.
Drahtloses Internet besonders wichtig
Der wichtigste Bestandteil beim autonomen Fahren, das verrät der Autohersteller, ist drahtloses Internet in allen Fahrzeugen. Wenn alle Fahrzeuge auf der Straße darüber verbunden sind, können sie eine Kolonne bilden. Die Fahrzeuge können kommunizieren und ihre Bewegungen nachahmen wie es bei einer Gruppe von Pferden der Fall ist.
"Das Auto der Zukunft wird wie das Pferd eines Bauern sein", sagt Volvo-Manager Eugensson. "Der Bauer kann Pferd und Wagen steuern, aber wenn er einschläft, kann das Pferd ihn trotzdem nach Hause bringen. Und wenn der Bauer versucht, die Kutsche gegen einen Baum oder über einen Abgrund zu steuern, wird das Pferd sich weigern."
Volvo setzt darauf, dass die Autofahrer mehr als je zuvor dazu bereit sind, die Kontrolle an einen Computer abzugeben. "Jeder will seine Zeit möglichst effizient nutzen.", sagt Entwickler Rothoff. "Dies im Auto zu tun, ist heutzutage sicherlich nicht das sicherste."
Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de






![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XW837_061813_E_20130618150706.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AS541_obama__E_20130617112101.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XR246_decoca_E_20130531114835.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XR411_0531ca_E_20130531175911.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XU237_0610of_E_20130610155529.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XP995_0528B3_E_20130528102520.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AS356_hdw_pr_E_20130612120228.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AS557_Statue_C_20130618051428.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AS579_brasil_C_20130618053354.jpg)
![[image]](http://si.wsj.net/public/resources/images/OB-XV808_4aviat_C_20130614084232.jpg)
Hello
Your question to the Journal Community Your comments on articles will show your real name and not a username.Why?
Create a Journal Community profile to avoid this message in the future. (As a member you agree to use your real name when participating in the Journal Community)